Vorerst keine neue Halle

Pfaffenhofen.  Das Streitthema Nummer eins in Pfaffenhofen ist erst einmal vom Tisch. Die Planungen für eine Zweifach- oder eine Dreifachhalle sollen laut Haushaltsplan 2010 erst 2012 in Angriff genommen werden.

Im Haushaltsplan des vergangenen Jahres war vorgesehen, dass die Marktgemeinde Pfaffenhofen dieses Jahr 1,5 Millionen Euro neue Schulden aufnehmen wird - um für eine mögliche Zweifach- oder Dreifachturnhalle bei der Hermann-Köhl-Schule flüssig zu sein. Daraus wird nun so schnell nichts. In der Vorberatung des Haushaltsplans für 2010 im Kultur- und Sportausschuss wurde das Projekt jetzt in die Zukunft verschoben: Die umfangreichen Planungen für eine Halle sollen dem aktuellen Haushaltsplan zufolge erst 2012 in Angriff genommen werden.

Der Haushaltsplan für die Marktgemeinde sieht stattdessen vor, die fast 40 Jahre alte bestehende Halle reparieren zu lassen. Voraussichtliche Kosten: 25 000 bis 30 000 Euro. Boden und Wände sollen ausgebessert und aktuelle Sicherheitsvorschriften umgesetzt werden. "Die Gemeinde nimmt in diesem Jahr keine Schulden auf", stellte der Pfaffenhofener Bürgermeister Josef Walz (CSU) fest. Trotz Einnahmeausfällen bei der Einkommensteuer in Höhe von rund 400 000 Euro werde der Schuldenabbau, mit dem die Gemeinde vor gut acht Jahren begonnen hatte, auch 2010 fortgeführt.

Markus Werwein (CSU) gab seiner Enttäuschung Ausdruck. "Ich habe ein Problem damit, dass wir erst 2012/2013 in die Planung für die Turnhalle gehen können." Franz Walk (FWG) wollte wissen, ob mit dem für 2012 veranschlagten Geld auch die Hallengröße festgelegt sei. Es sei lediglich ein Finanzplan, versicherte der Bürgermeister. Ob eine Zweifachhalle oder eine Dreifachhalle gebaut werde, sei bisher nicht entschieden.

"Damit Geld für die Halle zur Verfügung steht, muss sich die Einnahmesituation des Markts schon erheblich verbessern", erläuterte Kämmerer Erich Spann gegenüber der SÜDWEST PRESSE.

Rückblick: Die Turnhalle bei der Hermann-Köhl-Schule wurde 1972 gemeinsam mit einem weiteren Schultrakt zum 1959 errichteten Altgebäude gebaut. In den Jahren 1997/98 wurde ein dritter Trakt errichtet. Seit ihrem Bau hat es keine größere Sanierung der Halle gegeben. Ein Neubau kann voraussichtlich mit einem Drittel der Baukosten, die auf drei Millionen Euro veranschlagt wurden, über Zuschüsse des Freistaats finanziert werden. Dieses Geld müsste die Gemeinde aber zunächst vorstrecken.

Gründe für das Verschieben des Turnhallenprojekts sind neben Steuerausfällen aktuelle Projekte wie der Kirchplatzneubau. Hierfür sind Gesamtkosten in Höhe von 600 000 Euro angesetzt. Weitere 600 000 werden in Form von Zuschüssen erwartet.

Eine Verbindungsleitung von der Kadeltshofer Kläranlage zur Anlage des Abwasserzweckverbands in Pfaffenhofen wird voraussichtlich 500 000 Euro kosten. Die alte Kadeltshofer Kläranlage von 1978 musste geschlossen werden, weil eine Modernisierung kaum mehr möglich gewesen wäre.

Weitere Posten sind ein Feuerwehrfahrzeug für Biberberg, das mit 70 000 Euro zu Buche schlägt. Die Feuerwehr Kadeltshofen bekommt in den kommenden Jahren ein Feuerwehrhaus für 300 000 sowie ein Feuerwehrauto für 105 000 Euro.

Derzeit laufen außerdem die Sanierung und der Ausbau der Kindertagesstätte St. Martin, für die im laufenden Jahr 687 000 Euro vorgestreckt werden. Die Gemeinde erwartet Zuschüsse für das Projekt in Höhe von 360 000 Euro.

"Es ist sicher kein Haushalt, der einem das Herz vor Freude zerspringen lässt", urteilte Karlheinz Thoma (SPD). Dennoch seien die Zahlen vernünftig. Wichtige Investitionen wie zum Beispiel der Feuerschutz seien enthalten. Außerdem sei es erfreulich, dass sich die Gemeinde nicht in Schulden stürze.


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Autor: PATRICK FAUSS | 19.03.2010

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