Volle Auftragsbücher in schlechten Zeiten
Weißenhorn. Der lange Winter, er ärgert Schuler-Chef Christoph Groß. Weil nicht gebaut werden kann, sich Fassadenteile in der Werkshalle stauen. Die Wirtschaftskrise ärgert ihn weniger, dank Konjunkturpaket.
Es ist noch nicht ausgestanden. Die Wirtschaftskrise macht vielen Unternehmen immer noch zu schaffen, auch in der Region. Aber es gibt auch Ausnahmen, Firmen, die den Beinahe-Crash glimpflich überstanden haben. Eine davon ist die Firma Schuler Metallbau in Weißenhorn. "Die Konjunkturpakete sind bei uns angekommen", sagt Geschäftsführer Christoph Groß. "Uns macht eher der lange Winter zu schaffen."
Schuler Metallbau hat sich auf die Herstellung von Fassaden aus Aluminium und Glas spezialisiert, auf Türen und Fenster. Ebenfalls gefertigt aus dem Leichtmetall. 27 Mitarbeiter sind bei der Firma beschäftigt, der Umsatz beträgt rund 3,5 Millionen Euro. "Wir sind für das erste halbe Jahr mit Aufträgen ausgelastet", berichtet Groß. Nicht zuletzt dank des Konjunkturprogramms, mit dem die Bundesregierung viel Geld an Städte und Gemeinden überwiesen hat, damit diese ihre Schulen und Kindergärten sanieren können. Nur eitel Sonnenschein herrscht bei Schuler deswegen aber nicht, der Wirtschaftseinbruch könne die Firma zeitverzögert, im nächsten Jahr treffen, so Groß. "Aber das ist Spekulation."
Derzeit arbeitet das Unternehmen unter anderem an einer Schule in Fürstenfeldbruck. Und sie ist am Um- und Ausbau der Weißenhorner Hauptschule beteiligt, die gerade eine Mensa für die Mittagsbetreuung bekommt. Den größten Teil der Arbeiten erledigt Schuler allerdings für gewerbliche Auftraggeber aus der Region, Privatleute spielen nur eine kleine Rolle.
Rund 400 000 Euro hat Groß in den vergangenen zehn Jahren in neue Maschinen investiert, der Computer übernimmt auch im Fassadenbau eine immer wichtigere Rolle, intelligente Fertigungsstraßen haben Zollstock und Winkelmaß an vielen Stellen abgelöst. Zu Zeiten des Firmengründers Ludwig Schuler, Schwiegervater von Christoph Groß, war das noch anders: Im Jahr 1956 hatte er eine eingesessene Schlosserei übernommen, in den Wirtschaftswunderjahren wurden dort beispielsweise Treppen und Geländer produziert. Nicht aus Aluminium, sondern aus Stahl.
Schuler ist auch heute noch im Unternehmen präsent, er kümmerst sich um die Auszubildenden. Und davon gibt es im Unternehmen gleich fünf, drei Lehrlinge in der Fertigung, einer im kaufmännischen Bereich und einen angehenden Technischen Zeichner. "Wir wollen unseren Nachwuchs selbst ausbilden", erklärt Groß. Weil gute Fachkräfte auf dem freien Markt nur schwer zu bekommen seien. "Unsere besten und erfahrensten Leute sind Mitte 40", sagt Groß. "In 10, 15 Jahren steht da ein Wechsel an." Und diesen will er mit eigenen Kräften bewältigen.
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Autor: STEFAN CZERNIN | 19.03.2010
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