Viel Kritik, aber auch Zustimmung

Weißenhorn.  Alle gegen Peri? Oder steht Richard Groer mit seinem Protest gegen die Schließung der Rudolf-Diesel-Straße allein da? Die SÜDWEST PRESSE hat Unternehmen im Industriegebiet nach ihrer Meinung gefragt.

Seit Wochen wettert der Unternehmer Richard Groer dagegen, dass die Rudolf-Diesel-Straße im Weißenhorner Industriegebiet Eschach dicht gemacht wird. Wie eine Umfrage unter anderen Geschäftsleuten zeigt, gibt es durchaus Zustimmung - aber auch abweichende Ansichten.

"Man muss doch froh sein, wenn man so eine große Firma am Ort hat." Das sagt Stephanie Eisenmann, Inhaberin der Firma Deissler-Transporte in der Rudolf-Diesel-Straße. Die jetzige Regelung, dass Peri zwischen den Firmenteilen auf beiden Seiten der Straße Waren und Materialien hin- und herfahren muss, bringe auf Dauer Unfallgefahren mit sich. Die Angriffe von Scholz-Geschäftsführer Richard Groer auf Peri finde sie übertrieben. "Wenn die Straße gesperrt wird, bricht der Lastwagenverkehr nicht zusammen." Die Zeitverluste, die Lastwagen und Personenautos künftig in Kauf nehmen müssen, seien ihrer Meinung nach minimal.

"Wir benutzen die Rudolf-Diesel-Straße, um die Waage bei der Firma Landhandel anzufahren", nennt Andrea Hiller, Geschäftsführerin der Hiller-Abfallverwertung in der Daimler-Straße den Grund, warum sie die Schließung kritisch sieht. Sie habe jedoch Verständnis, dass Gerüstbauer Peri die Straße brauche, um Güter zu transportieren. Andererseits funktioniere dies mit der derzeitigen Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer auch. Dass man sich bei der Scholz AG Sorgen wegen der Schließung mache, sieht sie als gerechtfertigt an.

Für Hansjürgen Hofmayr, Leiter des Baustofffachhandels beim Baywa-Baumarkt, wäre es wichtig, dass die Straße "Am Eisenbahnweiher" als Verbindung zur Ulmer Straße ausgebaut wird. "Ohne den Ausbau wäre es für uns ein Fiasko." Eine ausgebaute Strecke am Eisenbahnweiher böte Kunden eine alternative Route zu seinem Geschäft. "Derzeit haben wir über die Rudolf-Diesel-Straße den meisten Verkehr." Derzeit werde das Firmengelände um Flächen für Baumarkt und Baustoffhandel erweitert. Die Zusage der Stadt an Peri, dass ein Teil der Straße ins Firmengelände eingegliedert wird, sei "vielleicht etwas voreilig" erteilt worden.

"Ich habe mich vor vier Jahren schon einmal gegen die Schließung gewandt, damals kam von den benachbarten Unternehmen leider keine große Resonanz", berichtet Alfred Konrad, Chef von Busreisen Konrad in der Rudolf-Diesel-Straße, von seinem langjährigen Widerstand. Andere große Firmen würden - statt Straßen zu schließen - Über- und Unterführungen, Aufzüge, Förderbänder oder Ampelanlagen bauen. "Eine Ampelanlage, die mit einer Lichtschranke an der Rudolf-Diesel-Straße gesteuert wird, sowie die jetzige 30-Kilometer-Begrenzung wäre sicherlich die kostengünstigste Version für die Sicherheit", ist Konrad überzeugt. Weiter ärgert er sich, dass die Stadt kürzlich angekündigt hat, den Eschachweg einziehen zu wollen. Der Weg würde so für die Öffentlichkeit nur noch als Sackgasse nutzbar sein.

Michael Kuom, Prokurist und Leiter der Technik bei Oetinger in der Robert-Bosch-Straße, hat den Eindruck, dass die Diskussion inzwischen "sehr emotional" geraten ist. "Unser Schwerlastverkehr wird zu 99 Prozent über die Autobahn abgewickelt", sagt Kuom. "Wir benutzen die Rudolf-Diesel-Straße kaum." Fast der gesamte Zulieferverkehr laufe über die A 7. Ein kleiner Teil werde über die A 8 abgewickelt. Der Verkehr Richtung A 8 über die Daimler-Straße funktioniere gut. Lediglich der eine oder andere Mitarbeiter, der durch die Rudolf-Diesel-Straße bisher eine kürzere Anfahrt hatte, müsse nun einen Umweg hinnehmen. "Ich kann mir vorstellen, dass es für andere Firmen mehr Probleme macht", meint Kuom. Die Firma Oetinger tangiere die Straßenschließung nur unwesentlich.


Kommentare (2)

15.03.2010 20:25 Uhr |   euro-berti

Komisch

... daß in dem Artikel zwar von davon die Rede ist, daß die Betriebe schnell an die Grenzen von anderen Betrieben und der Wohnbebauung stossen, man aber uns Anwohner im Eschach überhaupt nicht befragt hat. Ein Blick auf den Stadtplan würde da schon reichen. Dann rasen die Mitarbeiter der Firmen eben nicht mehr durch die Rudolf-Diesel-Straße, sondern durch die Adolf-Wolf-Straße. Macht ja nichts wenn da mal was passiert, Dort wohnen sowieso nur Menschen dritter Klasse, Berthold Heber, Diplom-Ökonom
15.03.2010 20:17 Uhr |   euro-berti

Komisch ...

... daß die Südwestpresse immer

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Autor: PATRICK FAUSS | 09.03.2010

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