Verbotenes am Minarett

Straß.  Zwei Lautsprecher am Minarett der Straßer Moschee sorgen für Aufregung. Weil die Baugenehmigung "Beschallungsanlagen" verbietet. Jetzt kommen sie wieder weg, sagt Kulturvereinschef Hüseyin Altun.

Dringliche Post ist dem Vorsitzenden des türkisch-islamischen Kulturvereins, Hüseyin Altun, ins Haus geflattert. Die Nersinger Verwaltung bat ihn umgehend um ein Gespräch. Grund war die Beschwerde eines Anwohners, der in der Nähe der Süleyman-Moschee am Ortsrand von Straß lebt. Der hatte vor etwa anderthalb Wochen am Minarett der Moschee Lautsprecher ausgemacht - und darüber Gemeinderäte und Verwaltung in Kenntnis gesetzt.

"Beim Bau der Moschee hat es andere Absprachen gegeben", erklärte der Mann gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Und der Kulturverein müsse sich an die Vorgaben der Baugenehmigung halten - so wie jeder andere auch. "Das ist ein klarer Verstoß gegen die Vorschriften", erklärte der Anwohner, der nach eigenen Angeben etwa einen halben Kilometer von der Moschee entfernt lebt. Die Lautsprecher haben ihn in gehörige Aufregung versetzt, er befürchtet hallende Gebete vom Minarett herunter.

Die Rechtslage ist klar: Die Gemeinde Nersingen hat in die Baugenehmigung ausdrücklich hineinschreiben lassen, dass "Beschallungsanlagen" außen an der Moschee verboten sind. Das erklärte Josef Zinder, geschäftsleitender Beamter in der Nersinger Verwaltung. Mit dieser Auflage sollten Sorgen innerhalb der Straßer Bevölkerung zerstreut, die Akzeptanz für das islamische Gotteshaus gestärkt werden. "Der Kulturverein weiß genau, dass keine Durchsagen von der Moschee aus gemacht werden dürfen."

Am Dienstagvormittag setzten sich Zinder und Altun im Nersinger Rathaus zusammen. Etwa zehn Minuten habe das Gespräch laut Zinder gedauert und sei "in normaler Atmosphäre" und mit klarem Ergebnis verlaufen: Die Lautsprecher am Minarett kommen wieder weg.

Wofür hatte der Kulturverein sie überhaupt anbringen lassen? "Für die Kermes", erklärte Altun gestern Nachmittag bei einem Gespräch an der Moschee. Dieses Fest rund um die Moschee lockt mit Live-Musik, türkischem Esssen und Marktständen jedes Jahr tausende Besucher nach Straß. Altun selbst ist erst seit kurzem wieder in Straß, der Rentner war drei Monate lang in der Türkei in Urlaub. Zwischenzeitlich hat ein Elektriker neue Boxen im Innenraum des Gebäudes angebracht. Und auch zwei Boxen ans Minarett geschraubt. Für Gebete sollten die Außenlautsprecher - die nie in Betrieb waren - nicht genutzt werden, so Altun. Jetzt werden sie wieder abgebaut.

Überhaupt könnte der islamische Vorbeter über die Lautsprecher vor allem in den Wald hineinrufen: Die Süleyman-Moschee liegt am äußersten Ortsrand des Nersinger Gemeindeteil Straß, umgeben von viel Wald, Wiesen und einem Gewerbebetrieb. Die ersten Wohnhäuser finden sich ein gutes Stück entfernt dahinter.



Kommentare (8)

08.09.2010 12:18 Uhr |   Argus

islam

Es geht nicht um Bauwerke! Auch nicht um Kopftücher!Es geht um eine Politreligion die unter unglaublicher Gewaltanwendung die Weltherrschaft anstrebt und keine Toleranz kennt, siehe Steinigungen, Selbstmordattentate, u.a.11.9.! SIEHE K O R A N!! Das Töten wird verglorifiziert und posthum "belohnt".Diese allfreitägliche Gehirnwäsche sollte verboten werden und in den Schulen DARF das niemals unterrichtet werden. DU SOLLST NICHT TÖTEN, der Koran sagt das GEGENteil! Gott widerspricht sich nicht, aber der Papst küsst diesen Koran, Der Islam , der das Christentum verfolgt darf nicht überhand bekommen, dann ist Artikel 18 GG eine Farce! Was ist mit dem getöteten Bischof in der Türkei??? VERGESSEN?Alle Kultusministern empfehle ich zunächst die Lektüre dieses Korans!
01.09.2010 11:09 Uhr |   rosty

Moschee

Falco Sie verwischen hier etwas. An einem Getreidesilo werden keine Lausprecher angebracht die potentiell dem Muezzin zum Gebetsruf dienen können. Das Thema ist nun mal polarisierend und unsere moslemischen Mitbürger sollten alles unterlassen, was auch nur den Eindruck der Salamitaktik rechtfertigen könnte.
In vielen islamischen Ländern sind christliche Kirchen entweder ganz verboten ( Saudi Arabien ) oder sie befinden sich zig Kilometer ausserhalb der Städte ( Dubai ) Wir sind hier toleranter, was für uns spricht. Unsere moslemischen Mitbürger kommen oft aus Staaten, wo es überhaupt keine Religionsfreiheit gibt und sogar das Konvertieren mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Also liebe Gemeinderäte,hier heisst es aufpassen, denn sonst besteht die Gefahr, dass die Volksseele überkocht.
01.09.2010 11:25 Uhr |   Falco

Geschätzer rosty

Geschätzter rosty, ich verstehe Sie, mein Beitrag war eine Antwort auf den Kommentar von Danubius, der sich generell gegen die Genehmigung von Minaretten gewandt hatte. Wir hier im fortschrittlichen Westen sollten uns im 21. Jahrhundert doch kein Beispiel mehr an intoleranten Regimen nehmen.

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Autor: STEFAN CZERNIN | 01.09.2010

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