Für neue Krippenplätze

Senden.  Die Stadt Senden will bis Ende 2013 Platz für zwei zusätzliche Kinderkrippen schaffen. Über eine weitere Kindergartengruppe mit langer Öffnungszeit wird diskutiert. Das ist das Ergebnis einer Beratung.

Wenn die Stadt Senden im Kinderzentrum Christophorus zwei weitere Kinderkrippengruppen für jeweils zwölf Kinder bis zu drei Jahren ausbaut, kostet sie das nicht mehr als 250 000 bis 300 000 Euro. Die Gesamtkosten dafür liegen bei etwa einer Million Euro. Zuschüsse machen das möglich. Bei den Haushaltsberatungen am 28. Februar und 1. März wollen die Stadträte die benötigten städtischen Gelder bereitstellen.

Das war der Tenor bei der interfraktionellen Sitzung vorgestern. Zu dieser nichtöffentlichen Beratung war neben der Stadtverwaltung und den Räten auch Pfarrer Stephan Spiegel eingeladen. Spiegel vertritt das Kinderzentrum St. Christophorus, das die 24 zusätzlichen Kinderkrippenplätze erhalten soll.

Rund 71 Prozent der Gesamtkosten werden aus dem Bundesfördertopf für den Ausbau von Kinderkrippenplätzen bezahlt werden. Der Bund hat diesen Fördertopf eingerichtet, um damit den gesetzlich vorgegebenen Ausbau der Kinderkrippenplätze auf 35 Prozent der Kinder bis zu drei Jahren zu fördern. Senden rechnet damit, aus diesem Topf mindestens etwa 600 000 Euro zu erhalten.

Die Diözese steuert weitere 120 000 Euro bei, die ursprünglich für den Ausbau des Kindergartens St. Martin in Wullenstetten gedacht waren. Dieses Geld wird dort nicht mehr benötigt, nachdem die Stadt den Neubau des Kindergartens finanziert. Die Diözese hat zugestimmt, dass diese Mittel auch für den Ausbau der Kinderkrippen von St. Christophorus eingesetzt werden dürfen. Die übrigen Kosten müsste die Stadtkasse tragen.

Beschlossen ist bislang freilich nichts. Die Fraktionen ließen aber deutlich erkennen, dass sie diese Möglichkeit, mit hohen Zuschüssen zwei zusätzliche Kinderkrippen aufzubauen, gern wahrnehmen wollen, sagten der Zweite Bürgermeister Josef Ölberger und Walter Gentner vom Bereich Bildung, Sport und Kultur der Stadtverwaltung. Der Bedarf an zusätzlichen Plätzen sei da.

Derzeit sind im Südflügel von St. Christophorus im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss je zwei Gruppen untergebracht. Durch einen Anbau in Richtung des Altenheims ließe sich Platz für je drei Gruppen schaffen. Bereits heute sind in Kindergärten, Horten und Krippen 250 Kinder untergebracht, nach dem Ausbau wären es 275. Der Ausbau müsste bis zum 31. Dezember 2013 abgeschlossen sein, um die Bundesfördermittel zu erhalten.

Diskutiert wurde auch darüber, eine zusätzliche Gruppe mit langen Öffnungszeiten für Kindergartenkinder einzurichten, die bis 22 Uhr geöffnet sein könnte. Es wäre ein Angebot beispielsweise für Alleinerziehende, die spät arbeiten müssen, wie im Handel teilweise üblich. Eine solche Gruppe würde im Nordflügel, in Richtung Möbel Inhofer, ausgebaut. Das würde die Gesamtkosten jedoch auf bis zu 1,7 Millionen Euro in die Höhe treiben. Und für diesen Ausbau gäbe es vermutlich nur zwischen 15 und 20 Prozent Zuschüsse, sagte Gentner. Die Fraktionen signalisierten, dass sie diesen Ausbau für nicht so dringend halten. Außerdem gibt es dafür keinen Endtermin, wie für den Ausbau der Krippenplätze.


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Autor: WILLI BÖHMER | 08.02.2012

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