SPD geht zu den Leuten
Oberfahlheim. Die Nersinger SPD geht zu den Leuten. Dazu hat sie jetzt den "Lokaltermin" eingeführt. Zum ersten Treffen sahen und hörten sich vier SPD-Gemeinderäte vor kurzem im Straßer Weg in Oberfahlheim um.
"Wir wollen mit den Bürgern ins Gespräch kommen", sagt Axel Arbeiter, Gemeinderat und Vorsitzender des Nersinger SPD-Ortsvereins. Deshalb bieten die Sozialdemokraten bereits seit längerem Bürgersprechstunden an. Seit neuestem gehen die Ortsvereinsmitglieder auch zu den Leuten raus, hören sich deren Klagen und Probleme an und schauen sich gleich vor Ort an, worum es dabei geht. So etwa im Straßer Weg in Oberfahlheim, wohin Axel Arbeiter, die Fraktionsvorsitzende Sabine Krätschmer sowie die Gemeinderäte Jakob Hügel und Hans-Peter Mikschl der erste dieser neu eingeführten Lokaltermine führt.
Die Anwohner der kleinen, schmalen Straße, die von der B 10 am östlichen Ortseingang von Oberfahlheim in Richtung Straß abzweigt und an der sowohl der Spargelbauer Reichart als auch die Holzfirma Merkle liegen, klagen seit langer Zeit über zunehmenden Lkw-Verkehr vom und zum Holzwerk.
Ob an diesen Klagen etwas dran ist, davon machen sich die SPD-Mitglieder an diesem kalten, windigen Nachmittag ein Bild: Alle Viertelstunde etwa quält sich ein großer Lastwagen an der derzeitigen Kanalbaustelle am Eingang zum Straßer Weg um die Kurve und fährt die Straße, die nur teilweise auf einer Seite mit einem Gehweg versehen ist, lang zur derzeit wieder expandierenden Firma an deren Ende.
Sechs Anwohner leisten den Kommunalpolitikern trotz des garstigen Wetters Gesellschaft. Einige von ihnen waren zuvor schon in der Bürgersprechstunde, um auf ihre missliche, lange Jahre erduldete Situation hinzuweisen. "Der Fehler ist in der Vergangenheit gemacht worden", sagt ein Bürger. "Weil wir uns nicht genug wehrten." So habe die Holzbaufirma per "Salami-Taktik" Stück um Stück erweitert, ohne zu beachten, dass der Straßer Weg als Zufahrtsstraße zu solch einem großen Unternehmen gar nicht tauge.
"Zwischen 7.30 und 8 Uhr waren es schon 25 Lkw", berichtet ein anderer. "Ich bin heute morgen um 5 Uhr von Lastwagen geweckt worden", sagt eine Frau. Manche fahren Tempo 20, andere gern mal 60 oder 70. "Manchmal fahren sie auf dem Gehweg, denn die Straße ist ja gar nicht breit genug." Nicht immer, aber oft gehe es schon um 3 Uhr los. Die Lastwagenfahrer übernachteten dann in ihren Fahrzeugen, die sich die Straße lang stauen. "Da kommen wir mit dem Auto nicht mehr aus unserem Hof raus", sagt die Frau.
"Seit mindestens zehn Jahren habe ich in jeder Bürgerversammlung Einspruch eingelegt", berichtet ein älterer Mann. Genützt hat es nichts. Die Möglichkeit, die Firma Merkle über einen nahen Feldweg von der B 10 her zu erschließen, scheiterte der Gemeindeverwaltung zufolge an Grundstücksbesitzern, die dafür keine Flächen hergeben wollten. "Da müsste man vielleicht mal alle an einen Tisch holen", meint Sabine Krätschmer. "Eine andere Zufahrt ist die einzige Lösung", findet auch Mikschl.
"Wir wollen die Sorgen der Menschen an Brennpunkten wie diesem aufnehmen und versuchen, etwas davon umzusetzen", erklärt Axel Arbeiter das Ziel dieses neuen Angebots des SPD-Ortsvereins.
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Autor: CLAUDIA REICHERTER | 09.03.2010
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