Rico und der Rennfahrer-Traum
Senden. Einmal richtig Gas geben in einem Rennwagen, davon träumen viele Rennsportfans. Für Rico Willerstorfer aus Senden ist der Traum in Erfüllung gegangen. Zwei Tage lang trainierte er am Nürburgring.
Mit bis zu 240 Stundenkilometern rasten zwölf Rennsportfans in Formel-3-Rennwagen über die Strecke. In der Nase hatten die Fahrer den Geruch von Benzin, in den Ohren das Brummen der Motoren und knatternde Funksprüche. Einer der zwölf Rennsportfans auf dem Nürburgring war Rico Willerstorfer aus Senden. Bei einem Gewinnspiel eines Versandhandels hatte der 38 Jahre alte Lastwagen-Fahrer ein zweitägiges Training auf der legendäre Rennstrecke in der Eifel in Rheinland-Pfalz gewonnen. Gemeinsam mit zwei Freunden erfüllte sich Willerstorfer dort kürzlich seinen kleinen persönlichen Rennfahrertraum. "Die Atmosphäre auf der Rennstrecke war einfach klasse, wir haben uns gefühlt wie die Profis. Super war natürlich auch, dass parallel zu unserem Training das Sechs-Tage-Rennen auf der Strecke stattfand", schwärmte der Sendener hinterher.
Vor einigen Monaten war der Sendener durch Zufall auf das Gewinnspiel im Internet gestoßen. Die Teilnehmer wurden aufgefordert einen kleinen Bewerbungstext zu schreiben. "Ich habe mich als Michael Schuhmacher vorgestellt, der gerne mal wieder auf einer richtigen Strecke Gas geben will", erinnert sich Willerstorfer. "Das muss den Organisatoren irgendwie gefallen haben. Kurz darauf kam die Bestätigung, dass ich gewonnen habe."
Auf der Rennstrecke wiesen am ersten Tag zwei Profifahrer die zwölf Gewinner in den speziellen Umgang mit den Formel-Autos ein. Gasgeben und Anfahren in den roten Renault-Rennwagen mit den freistehenden Rädern wollte schließlich erst einmal geübt sein. "Das Gaspedal kann man nur ungefähr vier Zentimeter nach unten drücken. Das muss erst ins Gefühl übergehen", erklärte der Lastwagen-Fahrer aus Senden. Außerdem bremsen die Rennwagen unmittelbar und sehr scharf, wie die Kurzzeit-Rennfahrer schnell erfuhren.
Ein Instruktor fuhr voraus. Er gab den Freizeit-Rennpiloten über den so genannten Helmfunk Anweisungen, was sie zu beachten haben. Kreiselartig fuhr jede Runde ein anderer Teilnehmer im Formel-Auto hinter dem Instruktor her. Zusätzlich beobachteten Streckenposten in den Kurven die Fahrer. "Wir haben uns dabei wohl ganz gut geschlagen. Im Anschluss an die geplante Einführung durften wir noch ein paar Runden über die Strecke heizen", berichtete der Sendener.
Dass nebenan beim "Sechs-Tage -Rennen" immer wieder ein Rennfahrer in die Bande fuhr oder kleinere Unfälle passierten, schreckte die Hobbyfahrer und Sieger des Gewinnspiels des Probetrainings nicht ab. "Man erkennt da recht schnell seine Grenzen. Wer das Racerblut in sich hat, der denkt an so etwas während der Fahrt nicht", sagte Willerstorfer. Bremspunkte und Kurvenmittelpunkte richtig einzuschätzen, sei allerdings nicht immer leicht, räumte er dann doch ein.
Auch am zweiten Tag des Rennwochenendes durften die Teilnehmer noch mal Gas geben. Auf einer Offroadstrecke bretterten sie mit Quads über Stock und Stein. Einen zweiter Tag im Rennwagen wäre für einige wohl schmerzhaft geworden. Denn durch die fehlenden Stoßdämpfer in den Rennautos trugen die zwölf mutigen Teilnehmer einige blaue Flecken von den Fahrten davon. "Trotzdem war es eine klasse Erfahrung, die ich jedem Rennsportfan empfehlen würde", versicherte Rico Willerstorfer.
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Autor: NINA MERKLE | 02.09.2010
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Bereit für ein paar Runden auf dem Nürburgring: Rico Willerstorfer aus Senden in seinem Formel-3-Flitzer. Privatfoto
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