Online-Petition für Geburtshilfe übergeben

Die Geburtsstation in Illertissen soll bei der Krankenhäuser-Umstrukturierung nicht geschlossen werden. Angela Rittler hat dafür 8700 Unterstützer-Unterschriften. Die Kreisspitalstiftung will ihrerseits informieren.

PATRICK FAUSS, ... |

Das Interesse bei der Übergabe der Unterstützerliste zum Erhalt der Illertalklinik-Geburtsstation war groß. Außer Zeitungen wollten Reporter von Radiosendern und ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks dabei sein, wenn die Initiatorin der Online-Petition, Angela Rittler aus Ingstetten, die auf 171 Seiten ausgedruckten Unterstützernamen an Landrat Thorsten Freudenberger übergibt. „Ein hochemotionales Thema“, wie Freudenberger erneut feststellte. Mitgebracht hatte Rittler auch ihren Sohn Noah Mattheo. Der war vor 16 Monaten in Illertissen zur Welt gekommen. Aufs Übergabefoto sollte der kleine Mann jedoch nicht. Freundeberger empfahl, dies nicht zu tun. Er würde auch keine öffentlichen Bilder mit seinem dreijährigen Sohn wünschen.

Mit aufs Foto kam also der Ordner, der die Blätter mit den Unterstützer-Adressen zusammenhielt. Knapp 8700 Unterstützer hatten auf der Internetseite dort seit Anfang des Monats Namen, Hausadresse und E-Mail-Adresse angegeben. Mehr als 5000 Unterstützer davon wohnen laut statistischer Auswertung des Portals im Landkreis Neu-Ulm. 200 Unterschriften hatte sie außerdem handschriftlich bekommen. „Ich möchte einfach nicht, dass die Geburtshilfestation geschlossen wird“, sagte Rittler zu ihrer Motivation. Auf der Petitionsseite begründet sie den Wunsch damit, dass viele Mütter aus dem südlichen Landkreis den längeren Weg in die Neu-Ulmer Donauklinik oder nach Memmingen scheuen würden. Noch bis 6. Februar können sich Unterstützer noch eintragen.

Landrat Freudenberger betonte, die Rahmenbedingungen für kleine Krankenhäuser würden immer schwieriger. Es gehe weniger darum, ob man die Geburtsstation erhalten will, sondern wie und unter welchen Bedingungen dies bewerkstelligt werden könnte. „Den finanziellen Aspekt darf man nicht in den Vordergrund stellen, aber auch nicht vernachlässigen“, sagte Freudenberger. Eine endgültige Lösung sei noch offen. Am Freitag berät der Krankenhaus-Ausschuss des Kreistags (9 Uhr) über das Thema. Aber nicht ausschließlich über die Geburtshilfe. Die drei Landkreis-Kliniken in Weißenhorn, Neu-Ulm und Illertissen sollen zehn Jahre nach der jüngsten Umstrukturierung auf das neue Krankenhausstrukturgesetz und die Anforderungen der Gesundheits-Verbände ausgerichtet werden und sich weiter spezialisieren. Betrieben werden sie von der Kreisspitalstiftung, Träger ist der Landkreis. Die Donauklinik und die Illertalklinik – vorher im Auftrag des Landkreises von einer privaten Krankenhausgesellschaft betrieben – schlüpften vor rund zehn Jahren unter das Dach der Spitalstiftung. Grund waren damals Millionendefizite im Betrieb der beiden Häuser. Die Reform setzte – mit Erfolg, wie Landrat und Fraktionen betonen – auf eine Spezialisierung der drei Standorte, bei der die Geburtshilfe in Weißenhorn geschlossen wurde. Auch diesmal sind die Vorschläge der Hamburger Unternehmensberatung „North Medicon Institut“ Grundlage der Weiterentwicklung und für die Diskussion in den Kreisgremien.

In Illertissen wird zurzeit von einer gebündelten Initiative ein Bürgerbegehren für den Erhalt der Geburtshilfestation in Illertissen vorbereitet. Die Kreisspitalstiftung ihrerseits plant zwei öffentliche Informationsforen: in Illertissen am 1. Februar und in Neu-Ulm 3. Februar.

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