Nun soll die Stadt helfen Bürgerinitiative buhlt um Zuschüsse

Weißenhorn.  Die Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung in Weißenhorn hofft auf finanzielle Unterstützung, um die Luftmessstation weiter betreiben zu können.

Gerade einmal elf der insgesamt 700 Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) gegen Müllverbrennung in Weißenhorn haben sich am Mittwochabend zur Jahreshauptversammlung im Gasthof Rose getroffen. Präsentiert wurden die Ergebnisse der vereinseigenen Luftmessstation. "Die Luftschadstoffe wurden in den vergangenen Jahren deutlich reduziert", stellte Vorsitzender Ernst Ibrom fest. Bei keinem der gemessenen Schadstoffe gebe es unzulässige Überschreitungen.

In den vergangenen Jahren habe die 1985 im Industriegebiet Eschach errichtete Müllverbrennungsanlage (MVA) drei Mal ihre Filteranlage aufgerüstet. Ibrom führte diesen gewissenhaften Umgang mit Schadstoffen nicht zuletzt auf die Existenz der Luftmessstation zurück. So sei die gemessene Stickstoffdioxidkonzentration mit 14 bis 18 Milligramm pro Kubikmeter niedriger als in Ulm. Dort würden im Mittel zwischen 27 und 28 Milligramm gemessen.

Die Ozonkonzentration in Weißenhorn liege zwischen 46 und 53 Milligramm pro Kubikmeter und sei in den vergangenen Jahren gleich geblieben. Zwölf Überschreitungen des Grenzwerts habe es im vergangenen Jahr gegeben. 25 sind erlaubt. Die Feinstaub-Höchstkonzentration sei an neun Tagen überschritten worden. 35 Überschreitungen seien zulässig.

Die Bürgerinitiative hatte die Station 2003 auf dem Lärmschutzwall der Schießanlage in Hegelhofen aufgestellt. Sie liege in idealer Windrichtung, um Emissionen der Müllverbrennungsanlage im Eschach zu messen. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) sammelt dort die Luftdaten und wertet sie aus. Auf der Anzeigetafel am Hauptplatz können Bürger die aktuell gemessenen Luftdaten sehen.

Rund 20 000 Euro Betriebskosten waren im vergangenen Jahr für Messanlage und Anzeigetafel angefallen. Die Kosten werden noch aus dem Vermögen des Vereins beglichen. Die Mitglieder beschlossen jedoch, einen Antrag an die Stadt zu stellen, sich an den Betriebskosten zu beteiligen. Der zweite Vorsitzende Theodor Scheytt betonte, dass der Verein die Anlage auf keinen Fall für die nächsten zehn Jahre im Alleingang betreiben könne.

Den Vorschlag, am 25. Juli beim Festumzug zur 850-Jahr-Feier der Stadt Weißenhorn teilzunehmen, lehnten die Anwesenden ab. Lediglich die Vorstände Ernst Ibrom und Wolfgang Hatz hatten sich bereiterklärt, mitzumachen.

"Wie steht die Bürgerinitiative zur geplanten Abwärmenutzung der Müllverbrennungsanlage?", wollte ein Mitglied wissen. Wenn eine Leitung zu den Schlössern gebaut werde, gebe es wenig Chancen, die Anlage irgendwann wieder loszuwerden. "Im Stadtrat sieht man es als sinnvoller an, Abwärme vom Peri-Biomassekraftwerk zu nutzen", sagte Ibrom. "Wir wollen kein Fortbestehen der Anlage unterstützten", betonte er.

Bei den Neuwahlen wurde der bisherige Vorstand bestätigt. Erster Vorsitzender bleibt Ernst Ibrom, Theodor Scheytt Stellvertreter. Wolfgang Hatz bleibt dritter Vorsitzender. Jochen Dreier wurde als Kassierer bestätigt, ebenso Werner Vogtherr als Schriftführer.


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Autor: PATRICK FAUSS | 19.03.2010

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