Neues Beet zum Gärtnern
Senden. Der Förderverein St. Elisabeth spendet dem Altenzentrum in Senden jährlich etliche tausend Euro. In diesem Jahr sollen die Senioren ein Hochbeet bekommen, damit sie künftig selber gärtnern können.
Mit etwa 20 Gästen rechnete der Vorstand des Fördervereins St. Elisabeth, als er zur Mitgliederversammlung lud. Dann die Überraschung: Das Interesse an der Tagesordnung war am Mittwochnachmittag so groß, dass im Speisesaal des Altenzentrums die Kaffeetafel erweitert und Platz für 50 Personen geschaffen werden musste. Ein Grund hierfür war sicher die auf die Tagesordnung gesetzte und dann auch beschlossene Änderung des Vereinsnamens. Aber auch zum Zweck und zur Arbeit gab es Fragen und Vorschläge seitens der Mitglieder. Zudem war die neue Vorstandschaft noch nicht allen bekannt
"Erstmals in der Geschichte des Vereins haben wir seit dem Wegzug von Pfarrer Neuss im letzten Jahr keinen Geistlichen mehr als Vorsitzenden", sagte Martha Leger. Sie selbst hat 30 Jahre lang in der Sozialstation und der Beratungsstelle des Pflegezentrums gearbeitet und letztes Jahr das Amt der Vereinsvorsitzenden übernommen. "Daher muss sich die neue Vorstandschaft im Moment noch einarbeiten und konnte noch nicht so viel umsetzen." Ein Vorhaben wurde aber von allen Anwesenden einstimmig beschlossen: Der ehemalige Name "Ambulanter Krankenpflegeverein" soll künftig nur noch als Zusatz geführt werden, die neue Bezeichnung "Förderverein St. Elisabeth" trifft den Vereinszweck besser.
"Ursprünglich war es Aufgabe des Vereins, die Sozialstation finanziell zu unterstützen", erklärte Martha Leger. Unter dem Dach Altenzentrum St. Elisabeth, das 1991 gegründet wurde, sind inzwischen jedoch sieben soziale Dienste vereint: ein Beratungszentrum, die katholische Sozialstation, ein mobiler sozialer Hilfsdienst und ein Mahlzeiten-Dienst stehen zur Verfügung. Die Angebote im Haus umfassen die Tagespflege, das Pflegeheim sowie die Kurzzeitpflege, etwa wenn Angehörige verhindert sind. Im neuen Namen des Vereins soll inbegriffen sein, dass die jährlichen Spenden je nach Bedarf allen Teilbereichen zugute kommen.
"In den vergangenen Jahren konnten zum Beispiel Zuschüsse zur Anschaffung eines Autos für die Sozialstation, für Musikinstrumente in der Beschäftigungstherapie oder zur Ausgestaltung des Aufenthaltsraumes der beschützenden Station übergeben werden", erläuterte Kassier Jörg Fröhlich. Zudem wird Geld für die Weiterbildung des Personals zur Verfügung gestellt.
In den letzten vier Jahren sind die Vereinszuschüsse, die sich aus Jahresbeiträgen und zusätzlichen Spenden zusammensetzen, in den Umbau und Ausbau der Tagespflege geflossen. "Die Tagespflege muss dringend erweitert werden", sagte Geschäftsführerin Anna Maria Oestreicher, die den Vereinsmitgliedern einen kurzen Einblick in die momentane finanzielle und personelle Situation der Einrichtung gab. Zwölf Plätze für die Tagespflege seien vorhanden, aber oft seien 20 Personen da. "Ohne die Unterstützung des Vereins wäre dies alles gar nicht möglich", betonte Oestreicher.
In diesem Jahr sollen St. Elisabeth insgesamt 15 000 Euro aus Vereinsmitteln zur Verfügung gestellt werden. Ein Teil davon wird für die geplante Senioren-Gärtnerei verwendet, die allen Menschen im Haus, speziell auch Rollstuhlfahrern, zugänglich sein soll. "Einige alte Menschen haben früher unheimlich gern im Garten gearbeitet, und wir wollen dafür sorgen, dass sie das auch hier können", so Anna Maria Oestreicher. Hochbeete, ein ebenfalls höhergestellter Arbeitstisch, Pumpbrunnen und Kompost sowie eine schützende Pergola sind in Planung. "Wir wollen den Menschen, die zu uns kommen, einfach ein bisschen mehr geben, was nicht aus dem Haushalt finanziert werden kann, um auch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Bewohner zu fördern", erklärte sie gemäß dem Motto der Einrichtung des St. Josefswerks Senden "Brot und Rosen". Den alten Leuten soll das zum Leben Notwendige und menschliche Zuwendung gegeben werden. "Wenn Sie durch das Haus gehen, werden Sie sehen, dass unsere Leute die Mundwinkel nach oben haben, nicht nach unten."
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Autor: LISA RANZ | 19.03.2010
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Hier werden die neuen Beete entstehen, freuen sich die Geschäftsführerin des Altenzentrums, Anna Maria Oestreicher, und Martha Leger (links). Foto: Lisa Ranz
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