Naturschützer kritisieren Stadt Weißenhorn

Weißenhorn - Der Bund Naturschutz (BUND) hat die Stadt Weißenhorn aufgefordert, den Schutz der Bäume auf dem Gelände des früheren Sägewerks Molfenter zu gewährleisten. Dort sei kürzlich ohne Rücksprache ein alter Baum gefällt worden, andere Bäume seien im Zuge von Bauarbeiten beschädigt worden. Hintergrund: Auf dem Areal wird derzeit, wie berichtet, unter anderem der Rewe-Markt umgebaut. Die Stadt wiederum bau eine neue Zufahrt von der Illerberger Straße aus auf der Gelände. Über diese Zufahrt soll später einmal auch der Verkehr zur benachbarten Realschule und zur geplanten Multifunktionshalle führen. Die Wurzeln einer Buche und einer Platane seien stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der baumnahe Wurzelraum sei bis zu einem halben Meter an dem Stammfuß heran ausgebaggert worden, heißt es in einem Schreiben des Bund-Kreisgruppe Neu-Ulm an den Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt. Die Stadt Weißenhorn habe sich nicht an Vereinbarungen gehalten. Überdies sei es erschreckend, "dass offensichtlich keinerlei fachspezifische Festsetzungen für den Umgang mit den zu erhaltenden Bäumen getroffen worden sind".

Irritationen um dem gefällten Baum hatte es bereits vor kurzem im Weißenhorner Stadtrat gegeben. Stadtbaumeister Günther sagte, der Baum habe der geplanten Zufahrt weichen müssen "Wer mich kennt, weiß, dass ich für jeden Baum kämpfe. Wir hatten aber keine andere Wahl." Günther räumte eine Panne im zeitlichen Ablauf ein. Dass die alte Platane ohne Rücksprache gefällt wurde, sei nicht im Sinne des Erfinders gewesen. Einige Weißenhorner Stadträte übten Kritik an dem Vorgehen: "Mit etwas mehr Kreativität hätte man den Baum retten können", sagte etwa Alexander Engelhard (PWG). Er befand: "Das gibt kein gutes Bild ab." CSU-Rat Michael Schrodi (CSU) nannte den Vorgang traurig. Der Baum sei "unbezahlbar und nicht zu ersetzen". mut


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01.09.2010

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