Narren und Jecken sind wasserdicht
Region. Die Fasnetsfans der Region lassen sich den Spaß von so ein bisschen Gruselwetter nicht verderben: Die großen Narrenumzüge gestern in Dellmensingen und Nersingen sind trotzdem gut besucht gewesen.
Auch strömender Regen konnte die 1500 Narren gestern nicht daran hindern, in Nersingen den Sieben-Schwaben-Umzug zu starten. Noch mehr Zuschauer drängten sich teils mit durchweichten Kostümen, teils unter Regenschirmen an den Straßen. Zu sehen bekamen sie 70 Fastnachtsgruppen und 17 Themenwagen. Eineinhalb Stunden zog der fröhlich lärmende Faschingszug vom Industriegebiet durch die Bahnhofstraße bis zur Halle am Rathaus. Angeführt wurde der Zug von den neun Präsidenten der organisierenden Vereine und ihren Vertretern mit dem Sieben-Schwaben-Spieß. In der vor 37 Jahren gegründeten Karnevalsvereinigung "7 Schwaben" sind neben der Büttelzunft Nersingen die Große Karnevalsgesellschaft Ulm/Neu-Ulm, die Greane Krapfa aus Oberelchingen, der Unterelchinger Karnevalsverein Storchaneascht, der Carnevalsclub Illertal (CCI) aus Senden, die Lachatrapper aus Dornstadt, der Leipheimer Haufen, die Seejockel Pfuhl und der Kuhbergverein aus Ulm dabei. "Es ging trotz des Regens gut", sagte der Gardesoldat Tobias Ginger vom Kuhbergverein nach dem Umzug. Viele Gardemitglieder hätten sich mit zur Uniform passenden Schirmen schützen können. CCI-Gardemädchen Verena, Kim und Vanessa wollten auch nicht klagen. Soviel Regen hatten die Teenager bei einem Umzug jedoch noch nie erlebt.
Trotz des nasskaltem Wetter war auch der gestrige Fasnetsumzug der Dellmensinger "Moikäfr" ein voller Erfolg. "Das Einzige, was wir nicht im Griff haben, ist das Wetter. Es wird uns einige Zuschauer kosten, aber wir sind zufrieden", sagte Zunftrat Jürgen Baur, als er von einem der Sprecherwagen aus die Lange Straße hoch schaute.
Dicht an dicht standen dort die Besucher und warteten auf den Narrenwurm. Angeführt von den Hausherrn und den Kindergärten Lila Villa und Don Bosco tollten Bären, Wölfe, Feuerteufel, Boggaraule, Hexen und Deifel durch die Gassen. Wehe, wenn die Besucher nicht den zur jeweiligen Zunft passenden Spruch auf Lager hatten. Dann war ihnen eine extra Ladung Konfetti im Kragenausschnitt gewiss.
Aber auch wer auf dem Laufenden war, konnte nicht sicher sein, ungeschoren davon zu kommen. Die einen wurden in einem Weihnachtsbaumnetz verpackt am Straßenrand abgestellt, "durften" in einem Holztrog ein Papierschnitzelbad nehmen oder wurden huckepack entführt. Immer wieder türmten sich Zünfte zu Pyramiden auf, hievten ein Mitglied hoch zum Ritt auf den Hexenbesen oder stürmten ungestüm durch die Zuschauerreihen. Ungeschoren blieben die kleinen Besucher. Ihnen wurden die Taschen mit Süßigkeiten gefüllt. Für den passenden Ton sorgten Guggenmusiker, Fanfaren- und Schalmeienzüge. Fast zwei Stunden dauerte es, bis die angekündigten 60 Zünfte mit 2500 Hästrägern in Richtung Halle verschwunden waren.
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Autor: PATRICK FAUSS FRANZ GLOGGER | 18.01.2010
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Toller Tag mit Regen: Den gab es gestern beim Sieben-Schwaben-Umzug in Nersingen. Tausende säumten die Straßen, als die wackeren Narren, Karnevalisten und Musikgruppen an ihnen vorbeizogen. Fotos: Patrick Fauß
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