Maka ist insolvent - Betrieb soll aber weitergeführt werden

Nersingen/Neu-Ulm.  Das Maschinenbauunternehmen Maka mit Sitz in Nersingen und Burlafingen hat gestern Insolvenz angemeldet. Zur Beruhigung der 180 Mitarbeiter: Der Betrieb soll weitergehen. Es gebe positive Signale.

Schreck in der Mittagsstunde: Eines von drei großen Unternehmen in Nersingen, der aus einem Familienbetrieb hervorgegangene Spezialmaschinenhersteller Maka, ist insolvent. Das hat der Sohn des Firmengründers, Geschäftsführer Max Mayer, dem Nersinger Bürgermeister Erich Winkler gestern um die Mittagszeit telefonisch mitgeteilt. "Wir haben den Schritt jetzt machen müssen" habe der Freie-Wähler-Gemeinderat ihm gesagt. "Das hat mich persönlich getroffen", sagt Winkler.

Dass die Zeiten wirtschaftlich schwierig sind, sei klar, auch, dass dies an Maka nicht spurlos vorbeigehe. "Aber ich kenne ja Max Mayer und seine Unternehmensphilosophie. Die Firma ist nicht heruntergewirtschaftet. Dass es so schlimm steht, hätte ich nicht gedacht", sagt der Bürgermeister. Jetzt hoffe er, dass trotz des beantragten Insolvenzverfahrens wenigstens ein Teil des neben Nersingen und Neu-Ulm-Burlafingen an vier weiteren Standorten in Deutschland tätigen Unternehmens mit insgesamt 180 Mitarbeitern erhalten bleiben könne. "Und vor allem die Arbeitsplätze." Immerhin: Auf die laufenden Haushaltsberatungen der Gemeinde habe diese Hiobsbotschaft zunächst mal keinen Einfluss.

Vom frühen Nachmittag an war der vom Amtsgericht Neu-Ulm bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Martin Hörmann aus Ulm mit vier Mitarbeitern von der Anwaltskanzlei Anchor im Unternehmen und führte erste Gespräche. Am frühen Abend vermeldete er: "Es gibt ganz positive Signale, es geht weiter." Der vorläufige Insolvenzverwalter hat sich mit den beiden Geschäftsführern Max Mayer und Rüdiger Ehrenbeck darauf geeinigt, das Unternehmen in vollem Umfang fortzuführen, die bestehenden Aufträge fertigzustellen, neue Aufträge anzunehmen und die Firma zu restrukturieren. Ziel sei es, "möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten".

Die Mitarbeiter sollen heute in einer ersten Betriebsversammlung über die weiteren Schritte informiert werden. Mit dem Betriebsrat und Vertretern der Gewerkschaft IG Metall hat sich der vorläufige Insolvenzverwalter gestern schon abgestimmt. Lieferanten und Kunden bekämen in Kürze separate Anschreiben, in denen Geschäftsleitung und Insolvenzverwalter sie bitten, die Firma in den kommenden Wochen und Monaten "nach Kräften zu unterstützen".

Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hatte die Max Mayer Maschinenbau GmbH am Vormittag vor dem Neu-Ulmer Insolvenzgericht den Antrag auf Insolvenz gestellt. Endgültig eröffnet wird das Verfahren Rechtsanwalt Martin Hörmann zufolge voraussichtlich am 1. Juni.

Mit dem Verlauf der Besprechung am Nachmittag zeigte sich Elmar Heim, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, zufrieden. Rechtsanwalt Martin Hörmann habe betont, den Betrieb weiterführen zu wollen. Hörmann habe die richtigen Punkte angesprochen und angekündigt, zunächst eine Konzeption für Maka auszuarbeiten. Nach Heims Ansicht besteht durchaus Hoffnung für die Beschäftigten, davon etwa 100 in Nersingen. Die Arbeitsplätze seien nicht akut gefährdet.

Wie Heim andeutete, soll die Ertragslage des Unternehmens schon länger problematisch gewesen sein. Im Herbst vergangenen Jahres sei ein Sanierungs-Tarifvertrag vereinbart worden, in dem die Beschäftigten auf Bestandteile des Einkommens verzichteten. Zudem werde seit etwa einem Jahr kurzgearbeitet.



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Autor: CLAUDIA REICHERTER THOMAS STEIBADLER | 09.03.2010

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