Lust auf heikle Aufgabe
Weißenhorn. Sechs Monate Jugendtreff in Weißenhorn. Nach einem etwas holprigen Start hat sich das Haus als Freizeiteinrichtung vorerst etabliert. Nun hat der Treff auch einen Vorstand mit weit reichenden Kompetenzen.
In den Tagen nach der Eröffnung im vergangenen Oktober war wenig los in dem neuen Jugendtreff in Weißenhorn. So wenig, dass Jugendtreff-Leiterin Isabell Hagg "richtig verunsichert" war. Inzwischen muss sich die Pädagogin des Kreisjugendrings keine allzu großen Sorgen mehr um die Zukunft der Einrichtung machen. "Das Interesse an unseren Veranstaltungen wird immer größer", sagt Isabell Hagg. Das Konzept, die Jugendlichen stark in die Organisation der Einrichtung einzubinden, gehe auf. Dazu gehört, dass die Jugendlichen Verantwortung für sich und andere übernehmen. Die 15-jährige Lisa Schneider, Darleen Barth (14), Charlotte Wengler (15) Jonas Leisentritt (14), Steven Rohrhirsch (14) und Lukas Antzak (13) haben das nun getan. Kürzlich sind in den neuen Jugendhaus-Vorstand gewählt worden. Die Mischung stimmt, sagt die Treff-Leiterin. Schließlich gehören dem Vorstand Schüler aller Schulformen am. Die Hauptschule etwa ist also ebenso vertreten wie die städtische Realschule und das Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium.
Das Vorstandsteam ist künftig nicht nur dann gefragt, wenn darum es geht, das Programm festzulegen und die beliebten Freitagabend-Partys auf die Beine zu stellen, die einmal im Monat stattfinden. Die gewählten Jugendlichen wachen auch darüber, dass die Regeln in dem Treff eingehalten werden. Was das heißt? Beim Aufräumen etwa müssen alle mithelfen. Rauchen ist in den Jugendhaus-Räumen direkt gegenüber des Rathauses in der Memminger Straße verboten, Alkohol ist ebenfalls tabu.
Wer sich nicht daran hält, der fliegt raus. "Da müssen wir konsequent sein", sagt Isabell Hagg. Die Mitglieder des Vorstands jedenfalls können gemeinsam mit der Treff-Leiterin Hausverbote erteilen. "Natürlich kann das sehr heikel sein", sagt Lisa Schneider. Dass es auch mal Ärger geben kann, ist den jungen Vorstandsleuten dabei durchaus bewusst. "Dann muss man mal sehen, wie alle miteinander damit umgehen", meint Isabell Hagg dazu. Lisa Schneider und ihre Vorstandskollegen freuen sich jedoch auf diese heiklen Aufgaben und die verantwortungsvolle Arbeit im Vorstand - auch wenn der Stress in der Schule eigentlich schon groß genug ist, wie sie betonen.
Vom Projekt Jugendtreff in Weißenhorn sind die Jugendlichen überzeugt. "Wenns so weiter geht, wirds richtig gut", sagt Darleen Barth. Verantwortung zu übernehmen, das ist für die 14-jährige Realschülerin kein Problem. Der Jugendhaus-Vorstand ist in Weißenhorn zunächst einmal auf unbestimmte Zeit gewählt worden. "Wir wollen mal sehen, wie es läuft, wie die anderen Jugendlichen reagieren", sagt die Treff-Leiterin und fügt hinzu: "Das ist auch ein Test."
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Autor: CARSTEN MUTH | 12.03.2010
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Der Vorstand des neuen Jugendtreffs in Weißenhorn verbreitet gute Laune: (von links) Jugendtreff-Leiterin Isabell Hagg, Charlotte Wengler, Darleen Barth und Lisa Schneider freuen sich auf ihre neuen Aufgaben. Nicht auf dem Bild sind Jonas Leisentritt, Steven Rohrhirsch und Lukas Antzak. Foto: Carsten Muth
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