Leiden lindern

Weißenhorn.  Mit der Fertigstellung des elf Millionen Euro teuren Neubaus ist die Modernisierung der Stiftungsklinik in Weißenhorn abgeschlossen. Vorläufig jedenfalls. Im Neubau wird eine Palliativstation untergebracht.

Gut eineinhalb Jahre haben die Arbeiten an dem neuen Anbau der Stiftungsklinik in Weißenhorn bislang in Anspruch genommen. Schon bald soll der Trakt in Betrieb genommen werden. Anfang Oktober soll es so weit sein. Wenn alles nach Plan laufe, nichts Unvorhergesehenes mehr geschehe, wie es heißt. Der genaue Eröffnungstermin werde in den kommenden Tagen bekanntgegeben. Dann sollen die ersten Patienten in den neuen Gebäudeteil verlegt werden, die Bettenzahl wird sich von 140 auf gut 160 erhöhen. "Wir befinden uns im Endspurt", sagt Stiftungsdirektor Konrad Hunger.

Der stattliche Anbau der Stiftungsklinik besteht aus einem vierstöckigen Hauptgebäude sowie einem Flachbau. Beide Gebäudeteile fügen sich harmonisch in das bestehende Ensemble ein, wie Hunger sagt. In dem vierstöckigen Bau wird sich unter anderem eine Palliativ-Station befinden - es ist die erste ihrer Art im Landkreis Neu-Ulm, mit sechs Betten in klimatisierten Einzelzimmern, Besucherräumen und Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige. Behandelt werden dort Schwerstkranke, deren Leiden als nicht mehr heilbar gelten. Eine Sterbestation ist die Palliativstation der Weißenhorner Klinik aber nicht. "Wir sind keine Hospiz-Einrichtung", betont Stationsleiterin Dr. Christine Auer.

Auf ihrer Station gehe es in der Regel darum, den Patienten Schmerzen zu nehmen und Leiden zu lindern, das Leben der Betroffenen in einer behüteten und entspannten Atmosphäre so erträglich wie nur möglich zu gestalten. Ziel müsse es aus diesem Grund stets sein, die unheilbar kranken Patienten so zu versorgen, dass sie nach einer gewissen Zeit wieder nach Hause entlassen werden können.

Im vierten Stock des Anbaus wird es aber auch eine normale Pflegestation geben. Ein Stockwerk darunter ist ein modernes Schlaflabor eingerichtet, in dem künftig Patienten mit Schlafstörungen untersucht werden. Im Erdgeschoss des vierstöckigen Anbauteils ist die neue Cafeteria für das Personal untergebracht. Ein solches Café hatte es bislang für die gut 200 Mitarbeiter der Klinik in Weißenhorn nicht gegeben. Außerdem findet sich dort ein so genannter Sozialraum, der nach Bedarf auch als Seminarraum oder Konferenzzimmer genutzt werden kann.

Was die Anordnung der Gebäude betrifft, ist der unter Denkmalschutz stehende Klinik-Altbau vom Hauptzugang an der Günzburger Straße aus betrachtet nun ein wenig in den Hintergrund gerückt. Der Blick auf die Fassade des historischen Baus ist jedoch nicht beeinträchtigt, weil der vorgelagerte Flachbau gerade mal ein halbes Stockwerk hoch ist. Der Flachbau ist dafür tief ins Erdreich hinein gebaut worden. Er liegt in einer Art grundwassersicheren Spezialwanne. Untergebracht ist dort unter anderem die Klinik-Technik und eine moderne Großküche, die nach Angaben der Klinik sämtlichen EU-Hygiene- und Desinfektionsvorgaben entspricht, wie Konrad Hunger stolz berichtet.

Mit der Fertigstellung des elf Millionen Euro teuren Anbaus ist die Erweiterung der Weißenhorner Stiftungsklinik allerdings noch nicht vollends abgeschlossen. In Schuss und technisch auf Höhe der Zeit soll auch der benachbarte Altbau gebracht werden. Die Arbeiten haben bereits parallel zur Klinik-Erweiterung begonnen. Im Herbst 2011 soll der Altbau dann für gut drei Millionen Euro modernisiert sein.


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Autor: CARSTEN MUTH | 09.09.2010

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