Lebenshilfe kann bauen
Region. 60 Plätze in der Werkstätte, 24 im Wohnheim und 12 Förder- und Betreuungsplätze. So sieht das Vorhaben aus, das die Lebenshilfe in Blaustein umsetzen will. Auch mit dem Kreis ist sich die Lebenshilfe nun einig.
"Wir haben uns mit der Lebenshilfe auf die 60 von ihr beantragten Plätze für die Werkstätte in Blaustein geeinigt." Diese Aussage von Günter Weber, Leiter des Sozialdezernats des Alb-Donau-Kreises, hat in der Führungsetage der Lebenshilfe für Freude gesorgt. "Schön, dass das Thema nun beantwortet worden ist", sagte Bernd Renzhofer, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ulm auf Anfrage. Denn nun ist der Weg für die Behinderteneinrichtung frei, ihr seit langem geplantes Vorhaben in Blaustein zu realisieren. Dieses umfasst neben der Werkstätte auch ein Wohnheim mit 24 Plätzen und 12 so genannte Förder- und Betreuungsplätze für Schwerstbehinderte.
Wie berichtet, plant die Lebenshilfe Ulm schon seit rund zehn Jahren in Blaustein zu bauen. Nachdem es immer wieder zu Verzögerungen gekommen war, unter anderem weil 2005 die Zuständigkeit für die Behindertenhilfe vom Landeswohlfahrtsverband auf die Kreise übertragen worden ist, konnten sich Kreis und Lebenshilfe nicht über die Zahl der Werkstätten-Plätze einigen. Der Alb-Donau-Kreis wollte lediglich 40 Plätze genehmigen. Man wolle keine Überkapazitäten schaffen, hieß es. Die Lebenshilfe ihrerseits plante 60 Plätze. Nur so sei eine solche Einrichtung betriebswirtschaftlich sinnvoll zu betreiben. Zudem herrscht bei der Behinderteneinrichtung Platzmangel. Vor allem die Werkstätten in Jungingen sind überbelegt. Zwischen 70 und 80 behinderte Menschen aus Baden-Württemberg arbeiten daher in den Lebenshilfe-Werkstätten in Senden und Neu-Ulm. "Nachdem die Lebenshilfe uns weitere Zahlen vorgelegt hat und wir Gespräche mit dem Bezirk Schwaben als Kostenträger auf bayerischer Seite geführt haben, sind wir zu einer Zielvereinbarung gekommen", sagte Weber weiter. Demnach sollen 20 Behinderte aus Baden-Württemberg, die entweder in Senden oder Neu-Ulm arbeiten, nach der Fertigstellung der Werkstätte in Blaustein dort arbeiten. Mittelfristig werde als Ziel angestrebt, dass Behinderte aus Bayern im Freistaat arbeiten, solche aus Baden-Württemberg diesseits der Donau, erklärte Weber weiter.
"Nachdem wir nun die mündliche Zusage des Kreises für die 60 Plätze haben, werden wir die verschiedenen Planungsabschnitte angehen", sagte Lebenshilfe-Geschäftsführer Renzhofer. Dazu müssten zunächst eine ganze Reihe von Detailfragen geklärt werden. Schließlich säßen bei einem solchen Vorhaben viele Beteiligte mit im Boot. Wann und wo tatsächlich mit dem Bau der Einrichtung begonnen wird, hänge vor allem davon ab, wann das Land die Investitionszuschüsse dafür genehmige. Drei Millionen Euro wird die Werkstätte in etwa kosten, weitere 1,8 Millionen das Pflegeheim. Mehr als 15 Prozent davon muss die Lebenshilfe selber finanzieren. Der Rest läuft über Zuschüsse und Kredite. Über die Zuschüsse des Landes entscheidet der Sozialausschuss des Landtags. Dieser habe für den Heimbau im Land ein bestimmtes Budget zur Verfügung, erklärte Renzhofer. Je nachdem, an welcher Stelle der Warteliste ein Träger mit seinem Vorhaben stehe, könne er mit einem Zuschuss rechnen. "Fachleute sagen, dass wir in drei bis fünf Jahren drankommen", sagte Renzhofer.
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Autor: HELGA MÄCKLE | 10.03.2010
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Die Lebenshilfe betreibt in Jungingen, Senden und Neu-Ulm Werkstätten für behinderte Menschen. In Blaustein soll nun auch eine solche Werkstätte gebaut werden - mit 60 Plätzen. Archivbild
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