Höchster Orden im Landratsamt Vier Menschen aus dem Landkreis für Verdienste um Gesellschaft und Ehrenamt ausgezeichnet

Kreis Neu-Ulm.  Im Kreise von Angehörigen und Freunden sind vier Menschen für ihren besonderen Einsatz für die Gesellschaft ausgezeichnet worden: Hildegard Mack, Sebastian Knaur, Doris Raschka und Josef Eggle.

Seit fast 16 Jahren im Amt und immer noch eine Premiere im petto: Zum ersten Mal sind im Amtssitz von Landrat Erich Josef Geßner, im Landratsamt Neu-Ulm, Bundesverdienstkreuze an verdiente Menschen aus dem Kreis ausgehändigt worden: an Hildegard Mack aus Pfaffenhofen und Sebastian Knaur aus Emershofen. "Und das auch noch an zwei Kreistagsmitglieder und langjährige Weggefährten", sagte Geßner und zitierte Helmut Schmidt, den früheren Bundeskanzler und Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit": "Die Grundeinstellung muss sich ändern, der Einzelne muss Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen."

Das Gegenkonzept zu Anspruchshaltung finde eine Würdigung im Falle von Hildegard Mack und Sebastian Knaur mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, sagte Geßner. Bei Doris Raschka und Josef Eggle handelt es sich um das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten Horst Seehofer - verliehen für Verdienste um das Ehrenamt. Die Staatsministerin für Justiz und Verbraucherschutz Beate Merk hat die Auszeichnungen überreicht - erfreut über den "würdigen Rahmen im Landratsamt" und über die vielen Menschen, die der Auszeichnung der Familienmitglieder und Freunde beiwohnen wollten.

Hildegard Mack war bis vor kurzem 15 Jahre lang Kreisbäuerin im Bayerischen Bauernverband - mit Herzblut und Kreativität. So habe sie Macks Arbeit auch im Bezirksverband der Kreisbäuerinnen kennen gelernt, ergänzte Merk. Unvergessen bleibe zum Beispiel die Lichterkette der Landfrauen zu Zeiten der BSE-Krise. "Als Verbraucherministerin weiß ich solchen Einsatz zu schätzen." Als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der acht schwäbischen Landfrauenchöre habe Hildegard Mack sich auch für den Erhalt der bäuerlichen Kultur eingesetzt. In der Kommunalpolitik bleibt die Geehrte aktiv: Seit 1996 gehört sie dem Marktrat Pfaffenhofen an der Roth an, seit 2002 dem Kreistag. Außerdem ist sie Beisitzerin im Kreisvorstand der CSU. Beate Merk: "19 Jahre sind vergangen, seit Du Dein erstes großes Amt übernommen hast."

Auch Sebastian Knaur ist kommunalpolitisch für die CSU aktiv. Er ist stellvertretender Ortsvorsitzender in Weißenhorn und Beisitzer im Kreisvorstand. Seit 1990 gehört er dem Kreistag an und seit 1996 dem Stadtrat von Weißenhorn. "Das C im Parteinamen ist für Sebastian Knaur Überzeugung und Verpflichtung zugleich", sagte Merk. Knaur ist seit mehr als 50 Jahren Mesner und war 30 Jahre lang Kirchenpfleger in der Kirchengemeinde St. Anna seines Heimatortes Emershofen, einem Teilort von Weißenhorn. Im Auftrag der Kirche hat er das Emershofer Dorffest auf die Beine gestellt, das mittlerweile jährlich Ende August an die 2000 Besucher anlockt. Daneben engagierte er sich als Vorstandsmitglied im Schützenverein Emershofen sowie als Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Er ist noch heute Jagdvorsteher der Jagdgenossenschaft Emershofen. Sebastian Knaur ist es zu verdanken, dass für das Schützenheim das ideale Grundstück gefunden wurde.

Doris Raschka ist seit 1947 Mitglied des Turn- und Sportvereins 1862 Illertissen. Von 1948 bis 1995 war sie fast durchgehend Turn- und Gymnastik-Übungsleiterin. Sie gründete die Abteilung "Senioren", die sie auch jahrelang leitete. Ihre Abteilung begleitete sie nicht nur stets selbst zu Wettkämpfen, sie übernahm dort auch unter anderem die Aufgaben einer Kampfrichterin. Bei den Gymnastik-Weltmeisterschaften in München zum Beispiel war sie Kampfrichterin für Rhythmische Sportgymnastik. Die 84-jährige Illertisserin hat sich zudem mehr als sechs Jahre lang um einen pflegebedürftigen Mitbürger gekümmert.

Was für Doris Raschka der Turn- und Gymnastiksport bedeutet, ist für Josef Eggle das Sportschießen. Seit 35 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich für die Sportschützen im Landkreis und in der Region. Von 1975 bis 1986 war Eggle Abteilungsleiter der Reservisten bei der Königlich privilegierten Schützengesellschaft 1870 Neu-Ulm.

1986 wurde Josef Eggle zum zweiten Schützenmeister der Schützengesellschaft gewählt. Dieses Amt hatte er ebenfalls elf Jahre lang inne. Gauschützenmeister war er von 1998 bis 2010. Seit 2009 ist Josef Eggle Jugendleiter bei den Donauschützen, die er mitbegründet hat. Fast 20 Jahre war der 64-jährige Aufheimer zudem Mitglied im Sportausschuss und im Sportbeirat der Stadt Neu-Ulm.


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Autor: MICHAEL JANJANIN | 09.02.2012

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