Ins Internet - aber bitte sicher

Die Hauptschule Weißenhorn setzt Zeichen. Die Schule nimmt an einem Pilotprojekt teil, das Schüler vor den Gefahren im Internet schützen soll. Der Landkreis hat jetzt die Patenschaft für die Aktion übernommen.

CARSTEN MUTH |

Der Neu-Ulmer Landrat Erich Josef Geßner ist ab sofort Pate der Weißenhorner Hauptschule. Genauer gesagt, hat Geßner die Patenschaft für eine Aktion übernommen. Die Hauptschule beteiligt sich an einem internationalen Projekt, das Kinder und Jugendliche vor den Fallstricken im Internet bewahren soll.

Die Weißenhorner gingen in dieser Hinsicht im Landkreis mit gutem Beispiel voran. Ja, sie setzten sogar ein Zeichen, betont der Landrat in einer Pressemitteilung. Kürzlich nahm die Schule am so genannten "Internationalen Safer Internet Day" teil, wie viele andere Schulen in Deutschland (siehe Infokasten). Organisator der Aktion ist die "Time for kids Foundation".

Die Aktion fußt auf einem Drei-Säulen-Modell, das pädagogische, technische und gesetzliche Maßstäbe berücksichtigt. Wie das geht? Ganz einfach, sagen die Fürsprecher des Projekts. Sie ersetzen das traditionelle Anbieter- durch das Nutzerprinzip, wie Karla Etschenberg von der "Time for kids Foundation" erklärt. Nach dem Nutzerprinzip entscheiden Erwachsene - Erzieher, Lehrer oder Eltern -, was Kinder im Internet sehen sollten. Berücksichtigt werden sollten in dieser Hinsicht Alter und Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen.

Technisch realisierbar sei ein solcher Ansatz - und zwar durch den Einsatz von so genannten Filtern. Diese werden wie künftig in der Weißenhorner Hauptschule im schulischen Unterricht eingesetzt. Der Zugang auf Seiten mit pornografischem Inhalt etwa würde auf diese Weise in mehr als 95 Prozent der Fälle verhindert. Werbung im Internet könne ebenfalls herausgefiltert und so von den Jugendlichen weitgehend ferngehalten werden. Das wiederum hätte aus Sicht der Lehrenden den "unschätzbaren Vorteil", dass die Jungen und Mädchen im Unterricht nicht abgelenkt werden, sondern sich auf den Unterrichtsstoff konzentrieren könnten.

Was hingegen für viele Jugendliche schmerzhaft sein dürfte: Gesperrt werden können mittels Datenfilter überdies einige derzeit angesagte soziale Netzwerke wie SchülerVZ, MySpace oder Facebook. Die könnten also ebenfalls raus aus dem Unterricht gefiltert werden. In der unterrichtsfreien Zeit, in Pausenräumen oder im Sozialkunde-Unterricht könne man diese Seiten dann wieder gezielt freischalten.

Was aus Sicht der Kinder- und Jugendschützer gut klingt, ist allerdings längst noch nicht Normalität an deutschen Schulen. Mehr als die Hälfte aller deutschen Schüler gehen an ihren Schulen noch völlig ungeschützt ins Netz, heißt es in einer Mitteilung der Organisatoren.

Auch das bayerische Kultusministerium unterstützt das Internet-Projekt an den Schulen. Der Freistaat beschreitet eigenen Angaben zufolge mit seiner "Initiative für ein sauberes Internet an Schulen" durchaus ehrgeizige Pfade. Bayern soll in dieser Hinsicht nicht weniger als ein "Musterland" werden, betont der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. So ganz allein auf weiter Flur befindet sich der Freistaat aber nicht. Auch in Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen setzten offenbar immer mehr Schulen auf den Internet-Jugendschutz.

Info

Infos und Tipps zum Jugendschutz im Internet hier: www.time-for-kids.org oder bei der "Time for kids Foundation" unter

Tel. (030) 29 36 98 90.

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