In letzter Minute Vorstand gefunden
Pfaffenhofen. Mit einem neuen Vorstand geht der MV Pfaffenhofen seinem 100. Geburtstag im Jahr 2011 entgegen. Das Engagement in der Nachwuchsarbeit hat bereits Wellen bis zur Musikschule in Weißenhorn geschlagen.
Von Unstimmigkeiten innerhalb der Vorstandschaft sprach Heinrich Gürtler am Samstagabend bei der Jahreshauptversammlung des Musikvereins (MV) Pfaffenhofen im Sportheim. Vor zwei Jahren war er zum Vorsitzenden gewählt worden. Der zweite und dritte Vorsitzende sowie die Schriftführerin sind inzwischen von ihren Ämtern zurückgetreten. "Die Chemie hat nicht gestimmt", sagte Gürtler. Obwohl es auf der musikalischen Seite seit der Verpflichtung von Bezirksdirigent Klaus Weiss steil bergauf gehe, habe er sich entschlossen, sein Amt in außerordentlichen Neuwahlen zur Verfügung zu stellen.
Bis zum Beginn der Sitzung war nicht klar gewesen, ob der Verein einen neuen Vorstand zusammenbekommt. Zur allgemeinen Erleichterung stellten sich Alfons Ritter als Vorsitzender, Tenorhornist Mathias Reisenauer als Stellvertreter und Bianca Oswald als Schriftführerin zur Verfügung. Alle drei wurden von den rund 60 Musikvereinsmitgliedern einstimmig gewählt.
Bevor Gürtler sein Amt abgab, sprach er ein weiteres Ärgernis an, das Anfang vergangenen Jahres für Aufregung im Vorstand gesorgt hatte. Am 23. April habe ihn der Weißenhorner Musikschullehrer Sepp Meixner am Telefon beschimpft. "Er ließ mich runterlaufen wie einen Schuljungen", wetterte Gürtler. Meixner habe von den Bemühungen des Pfaffenhofener Vereins in Sachen Kinder- und Jugendarbeit erfahren. Der Musikschulleiter habe den MV beschuldigt, Musikschüler abzuwerben. Flyer mit Angeboten des Musikvereins waren offenbar in Geschäfte und nach Weißenhorn geraten. Als "Musikalienhändler unter dem Deckmäntelein eines Musikvereins" habe Meixner den Verein bezeichnet. Eine Aussprache zwischen Musikschulleiter und Vereinsleitung in Anwesenheit des Weißenhorner Bürgermeisters Wolfgang Fendt war aus Gürtlers Sicht ergebnislos geblieben.
Verantwortlich für die zahlreichen Aktivitäten des Vereins zeichnet sich seit Beginn des Jahres Bezirksdirigent Klaus Weiss. Innerhalb weniger Monate hatte der erfahrene Orchesterleiter die "Musikflöhe", eine Kindergruppe mit Acht- bis Elfjährigen, aufgebaut. Außerdem üben Kinder und Jugendliche im Nachwuchsorchester und einer Jugendkapelle ihre musikalischen Fertigkeiten. Insgesamt 80 Kinder und Jugendliche sind derzeit beim Musikverein in Ausbildung: 20 in musikalischer Ausbildung, 30 in Blockflötengruppen, zwölf in der Jugendkapelle und 18 bei den Musikflöhen.
"Schön, anstrengend und turbulent", beschrieb Weiss sein erstes Jahr als Dirigent beim Musikverein. "Ich freue mich, dass wir viele junge Leute in der Kapelle haben", betonte der Kapellmeister. Es seien auch junge Leute dabei, die am Kopernikusgymnasium in Weißenhorn oder an der Musikschule musizieren. Damit die Kapelle für den 100. Geburtstag im kommenden Jahr besser aufgestellt ist, sei er noch auf der Suche nach drei oder vier zusätzlichen Saxophonisten.
Gut funktioniere auch die Zusammenarbeit mit der Schützenkapelle Holzheim, mit der Pfaffenhofen eine Jugendkapelle hat. Die Unstimmigkeiten mit der Musikschule in Weißenhorn bezeichnete Weiss als "inzwischen geklärt". Auch der Pfaffenhofener Bürgermeister Josef Walz, der gemeinsam mit dem Weißenhorner Kollegen Fendt der Musikschule vorsitzt, unterstrich, dass "alles in Ordnung gebracht wurde". Er sei beeindruckt, was im Musikverein geleistet werde. 41 Konzerte und 43 Proben im vergangenen Jahr zeugten von großem Engagement.
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Autor: PATRICK FAUSS | 09.03.2010
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