In Frankreich Freunde gefunden
Weißenhorn. Der Weg ist bereitet: Weißenhorn und Villecresnes in Frankreich werden Städtepartner. Im Juli schon wird die Beziehung offiziell besiegelt.
Wenn Josef Zintl an den Besuch in Villecresnes denkt, gerät er ins Schwärmen. Zintl ist SPD-Stadtrat in Weißenhorn. Als Mitglied einer Delegation aus seiner Stadt verbrachte er im Januar einige Tage in der französischen Kleinstadt, 20 Kilometer südwestlich von Paris gelegen. Jetzt sagte Zintl: "Wir haben dort Partner gesucht und Freunde gefunden." Zintl und seine Kollegen im Stadtrat haben nun grünes Licht für eine Städtepartnerschaft mit Villecresnes gegeben. Am Samstag, 17. Juli, sollen entsprechende Verträge unterzeichnet werden. In einem feierlichen Rahmen, wie es heißt. Dann wird eine 30-köpfige Delegation aus Villecresnes mit Bürgermeister Daniel Wappler an der Spitze in Weißenhorn erwartet. Der Zeitpunkt könnte nicht besser gewählt sein, hieß es im Stadtrat. Schließlich feiert die Stadt Weißenhorn in diesem Jahr ihren 850. Geburtstag. Im Juli finden die Festwochen statt.
Bislang ist Weißenhorn die einzige Kommune im Kreis Neu-Ulm ohne Städtepartner. Das also wird sich schon bald ändern. Für eine städtepartnerschaftliche Beziehung zu Villecresnes hatte im Stadtrat auch der Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt geworben. Auch er war angetan - von der Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen in Villecresnes. Das reizvolle Städtchen nahe Paris passe mit seinem historischen Stadtkern, den vielen kleinen, kopfsteingepflasterten Gassen hervorragend zur Fuggerstadt Weißenhorn. Villecresnes diene vielen gestressten Menschen aus der Weltmetropole Paris als eine Art Rückzugsort. "Villecresnes", betonte Fendt, "ist keine dieser bekannten Pariser Trabantenvorstädte, in denen regelmäßig die Autos brennen." In Villecresnes bekomme Weißenhorn eine in jederlei Hinsicht engagierte und vertrauenswürdige Partnerstadt. Sein Amtskollege Wappler habe ihm bereits während des Besuchs in Frankreich signalisiert, dass seine Kommune voll und ganz hinter dem Projekt steht.
Ziel der Partnerschaft sei es, dass die Menschen aus beiden Städten sich "in vielfältiger Weise begegnen können", viele Freundschaften geschlossen werden. Die Initiatoren setzen nach Angaben des Weißenhorner Rathauschefs auf einen regen Austausch auf Schüler- und Vereinsebene. Vor allem die Jugendlichen sollen die Beziehung mit Leben füllen. "Wir wollen ja, dass die Beziehung lange besteht und nicht nach drei Jahren wieder Ebbe ist", sagte Josef Zintl.
Auch die Franzosen hätten genaue Vorstellungen, berichteten Zintl und Bürgermeister Fendt. Villecresnes wolle die Beziehung zu Weißenhorn nach Möglichkeit auf ein breites Fundament stellen und plane eine Zusammenarbeit in Erziehung, Kultur, Sport und Umwelt.
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Autor: CARSTEN MUTH | 11.03.2010
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