30 000 Euro für Musik-Festival
Illertissen. Ein "Iller-Musik-Festival" soll im nächsten Jahr die Leute nach Illertissen, Vöhringen, Senden und Bellenberg locken. Vielleicht - wenn alle mitspielen. Das Problem dabei: Dafür brauchts Geld.
Die Stadt Illertissen will sich an dem Gemeinschaftsprojekt "Iller-Musik-Festival 2013" beteiligen. Vom 8. bis 23. Juni soll es mit Veranstaltungen in Senden, Vöhringen, Bellenberg und Illertissen stattfinden. Zum Teil mit Profis, zum Teil mit Laien, aber auf jeden Fall mit Highlights, wie die Illertisser Bürgermeisterin Marita Kaiser ankündigte. 30 000 Euro werden dafür in den Illertisser Haushalt 2013 eingestellt. Diesen Beschluss fasste der Kultur-, Bildungs- und Sozialausschuss des Stadtrats einstimmig - allerdings nach anfänglicher Skepsis bei den Stadträten.
Ein "Iller-Musik-Festival" als interkommunale Zusammenarbeit der Städte Senden, Vöhringen und Illertissen sowie der Gemeinde Bellenberg: Das soll zum einen viele Menschen an verschiedenen Plätzen zusammenbringen. Zum anderen soll es dem Illertal kulturell ein stärkeres Profil im Wettbewerb der Regionen verschaffen. Die Idee hatte der Vöhringer Bürgermeister Karl Janson. Vöhringen will denn auch 45 000 Euro investieren und beispielsweise das berühmte italienische Ensemble Rondo Veneziano engagieren. In Senden hingegen zögerten die Stadträte: War zunächst von 30 000 Euro für die SWR-Big- Band die Rede, hieß es am Ende der Diskussion im Hauptausschuss, die Verwaltung solle sich nach günstigeren Angeboten umsehen.
In Illertissen hat Susanne Schewetzky, im Rathaus fürs Kulturelle zuständig, gleich mal Fritz Unglert, den Vorsitzenden des Freundeskreises Kultur im Schloss, eingeschaltet, um von seinen hervorragenden Beziehungen in der Musikszene zu profitieren. Es sei schon ausgesprochen spät, um fürs kommende Jahr noch herausragende Zugpferde mit Niveau zu engagieren, erklärte Unglert den Stadträten. Doch wenn man sich beeile, könne er das Kammerorchester des bayerischen Rundfunks noch an Land ziehen. Auf jeden Fall sieht Unglert die zweiwöchige Veranstaltung als große Chance, etwas Neues auf die Beine zu stellen.
In Illertissen wird bisher außer dem Klassik-Konzert ein Jazzfrühschoppen mit der Big Band Opus One aus Weißenhorn, ein Band-Contest auf dem Marktplatz, eventuell auch eine Veranstaltung im Schloss ins Auge gefasst. Die Stadtkapelle soll auftreten, auch Chormusik wird zu hören sein. "Das steckt alles noch in den Kinderschuhen", betonte Bürgermeisterin Kaiser auf Kritik, dass etwa der Bereich Kirchenmusik bisher nicht berücksichtigt sei und die Entscheidung, Geld in den Haushalt einzuplanen, zu plötzlich und ohne konkretes Konzept verlangt werde. In einem Veranstaltungszeitraum von zwei Wochen könne das Programm nicht in jeder Kommune alle Bereiche umfassen, gab Kaiser zu bedenken. Schließlich soll das Angebot in allen vier Kommunen auf ein breites Publikum ausgerichtet sein.
Ob das Festival stattfindet, hängt jetzt von den Beschlüssen in den einzelnen Kommunen ab. Falls es sich etablieren sollte, könnte es turnusgemäß alle zwei bis drei Jahre stattfinden, sagte Kaiser. Der Vöhringer Bürgermeister Janson bemühe sich auch um Zuschüsse aus dem bayerischen Kulturfonds. Jede beteiligte Kommune zahlt aber nur dafür, was sie selber anbietet.
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Autor: INGE SÄLZLE-RANZ | 10.02.2012
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