Schminke statt Maske

Hittistetten/Witzighausen.  "Da wo gelacht wird, sind wir dabei." Nach diesem Motto feiern die Faschingsfreunde "HiWi" am Samstag ihren Ball. Auch ohne Maske sorgt die Narrengruppe seit 19 Jahren für Aufsehen.

Ausladende, bodenlange Gewänder, glitzernde Stoffe, skurril gestaltete Hüte. Die Gruppe, die sich mit dem Narrenzug bewegt, hebt sich von den meisten anderen ab. Anstatt schrecklich oder auch freundlich dreinblickender Holzmasken haben die Mitglieder passend zur Kleidung geschminkte Gesichter. "Hi", rufen die Narren dem Publikum auffordernd zu. Das hat mit "Wi" zu antworten. "Hi - Wi": So wie der Narrenruf heißt die Gruppe: Faschingsfreunde Hittistetten-Witzighausen.

1993 machten die Hi-Wis zum ersten Mal einen Umzug mit. "Als loser Haufen", ohne das Prädikat Verein, fanden sich 18 Faschingsfreunde im Umzug des CCI Senden wieder, erinnert sich Eva Simon, von Beginn an Vorsitzende. Blau geschminkt und blau-schwarz gekleidet mimten sie die "Herrscher der Unterwelt". Die Kinder der heute 62-Jährigen gingen ihre eigenen Wege, da erinnerte sie sich an ihre Jugendzeit. "Ich war immer gern auf Faschingsfeiern. Jetzt oder nie", habe sie sich gesagt und Mitstreiter gesucht und auch gefunden, die so wie sie gern fröhlich sind: "Wo gelacht wird, bin ich dabei. Das Leben ist oft ernst genug." Der Name HiWi erklärt sich daraus, dass die meisten Mitglieder aus den beiden Sendener Teilorten kamen.

Die HiWis schafften es von Anfang an, von Masken tragenden Zünften anerkannt zu werden. Das aufwendig geschminkte Gesicht wurde als "Maske" toleriert. Keine Maske zu tragen, hat für Eva Simon einen großen Vorteil. "Ich sehe viel mehr von den Leuten, ihre Reaktionen, und sie sehen mich. Die Maskenträger widersprechen mir zwar energisch, aber ich bleibe dabei", meint die Sendener CSU-Stadträtin lachend.

Dafür nehmen sie und ihre jetzt 37 Mitstreiter auch einen Nachteil in Kauf. Während andere Gruppen fast aus dem Bett heraus ins Häs schlüpfen und auf den Umzug gehen können, müssen HiWis aufwendig geschminkt werden - und das auch noch alle zwei, drei Jahre anders, denn in diesem Zeitraum ändern die Hiwis ihr Outfit komplett. Drei bis vier Stunden dauert es, bis alle durch die Hände von Oberschminker Robert "Robbie" Tar und seinen Helferinnen gegangen sind. Pünktlich um halb neun Uhr treffen die ersten im Vereinsraum der Witzighauser Halle ein: Farbe auftragen, pudern, weitere Farben, wieder pudern, zum Schluss fixieren mit einem speziellen Spray. Lachen und feixen ist in dieser Zeit nicht drin. "A Rua isch", sorgt Robbie für geglättete Gesichtszüge. Nur "gute Theaterfarbe" wird verwendet, um Verwischen und Abfärben auf Umzugsbesucher zu vermeiden.

Bis heute fühlt sich Eva Simon mit ihren HiWis "sauwohl": "Es ist ein toller Zusammenhalt, Jüngere und Ältere ziehen und machen mit und haben Spaß miteinander." Vor drei Jahren hat sich ein weiterer Traum von Eva Simon erfüllt: Unter Leitung von Bernd Kuhn hat sich die Musikgruppe "Ramba Samba" zusammengetan. "Nun haben wir die eigene Musik auch noch dabei", freut sich die Vorsitzende.


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Autor: FRANZ GLOGGER | 10.02.2012

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