Hilfe für Haiti

Drei Tage nach dem Erdbeben war das Technische Hilfswerk (THW) bereits mit Geräten vor Ort, um das Brunnenwasser aufzubereiten und dann mit Wassertankern in die Camps zu transportieren. Derzeit liegen die Schwerpunkte in der Entwässerung der Lager - die Regenzeit dauert bis September - durch den Bau von Sandsack-Drainagegräben. Andere Hilfsorganisationen haben Duschen und Toilettenhäuschen aufgestellt. Laut THW-Mitarbeiter Walter Backeler sind 380 Hilfsorganisation im Katastrophengebiet im Einsatz, "von Ärzte ohne Grenzen bis zur selbst gegründeten Zwei-Mann-Hilfsorganisation".

Nach eigenen Beobachtungen hat Backeler in den Notunterkünften nur gesunde und sauber gekleidete Menschen gesehen. "Sie müssen abgehärtet sein gegen die Keime im Abwasser", vermutet der 44-Jährige. Gestaunt habe er erst recht darüber, dass sonntags die Männer in schneeweißen Anzügen und schwarzen auf Hochglanz polierten Schuhen in die Kirche gehen. Kindergärten und Schulen seien nur für reichere Bevölkerungsschichten erschwinglich. 80 Prozent der Lagerbewohner sind Analphabeten.

Die Mitarbeiter des Zivilschutzes in Haiti werden zunächst vom THW geschult und können dann ihr Wissen innerhalb der Campbauer-Teams umsetzen. In die Arbeiten des Drainagebaus beispielsweise werden auch die Lagerbewohner miteinbezogen. So erlernen sie nicht nur die notwendigen Instandsetzungen, sondern erhalten auch einen recht anständigen Lohn, der sich am Cash-Work-Programm der Vereinten Nationen orientiert, teilt das THW mit. Die Einsatzkräfte des THW selbst werden auf mögliche Schikanen beim Zoll - dort an der Grenze hängen auch noch Millionen von Spendengeldern - , auf den Umgang mit korrupten Behörden und auf mögliche Entführungen vorbereitet. Backeler: "Wir waren stets zu zweit unterwegs." cst


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21.08.2010

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