Heizkraftwerk-Bau geht in heiße Phase Bis zum Probebetrieb ist es nicht mehr lange

Senden.  Derzeit werden die Systeme gecheckt, bald schon wird der Vergaser erstmals befeuert: Das Holzgas-Heizkraftwerk in Senden macht gute Fortschritte.

Funktionieren die eingebauten Sicherheitssysteme, zum Beispiel der Not-Aus-Schalter? Unter anderem diese Überprüfung läuft derzeit im Sendener Holzgas-Heizkraftwerk. Kalt-Inbetriebsetzung, sagt der Fachmann dazu. "Kalt deswegen, weil die Anlage noch nicht befeuert ist. Temperatur und Drücke werden lediglich simuliert", erklärt Projektleiter Matthias Vitek. Auch die Steuerungen und Messgeräte wurden bereits getestet.

Damit befindet sich das 33-Millionen-Euro-Projekt der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) auf der Zielgeraden. Schon in einigen Tagen soll die Anlage erstmals befeuert werden - allerdings nicht mit Holz, sondern testweise erst einmal mit Biodiesel. Bei diesem so genannten Ausheizen wird der Vergaser langsam erhitzt. Dadurch kann die in der Betonauskleidung des Vergasers gebundene Feuchtigkeit verdampfen.

Erstmals mit Holzhackschnitzel gefüttert wird das Heizkraftwerk Mitte September. Dann werden auch die ersten Kilowattstunden Strom und Wärme erzeugt. "Das ist aer noch nicht der Probebetrieb", verdeutlicht Vitek. Dieser könne erst im Oktober beginnen, wenn die Anlage einige Wochen lang störungsfrei gelaufen sei. Der Probebetrieb mündet in die offizielle Bauabnahme. Der reguläre Betrieb wird voraussichtlich Mitte Dezember starten.

Bereits heute wird aber das erste Holz geliefert. Es kommt von den Stadtwerken selbst. Das zu Schnitzeln zerkleinerte Holz stammt von Bäumen und Sträuchern entlang der Donau und des Illerkanals. Als Betreiberin von Wasserkraftwerken pflegt die SWU-Tochter Energie die Uferböschungen, schneidet dabei unter anderem Bäume und Büche zurück. Dieses Landschaftspflegeholz sowie Schwemmholz von den SWU-Wasserkraftwerken stellt einen festen Teil des Energie-Rohstoffs für die Sendener Anlage.

Hackschnitzel bezieht die SWU außerdem von sechs regionalen Lieferanten. Auch diese Holz stammt aus hiesigen Wäldern. Es fällt an bei der Forstpflege und der Ernte von Nutzholz. "Es ist Restholz, das für die Bau-, Möbel- und Papierindustrie nicht mehr geeignet ist", erläuert Matthias Vitek. Bis zu 145 Tonnen solcher Hackschnitzel braucht das Heizkraftwerk täglich, das sind bis zu 15 Kipperladungen. Pro Jahr summieren sich die Holzlieferungen auf bis zu 45 000 Tonnen. nid


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Autor: SWP | 30.08.2011

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