Händler machen mobil Verband startet im Mai Werbekampagne "Wir in Weißenhorn"

Weißenhorn.  Gemeinsam auftreten wollen die Weißenhorner Einzelhändler, um Kunden von außerhalb zu gewinnen. Zu ihrer Kampagne gehören ein verkaufsoffener Sonntag, eine Kulturnacht und ein Outlet-Lagerverkauf.

Schauspieler in Fuggerkostümen sollen in der Region für Weißenhorn werben, Plakatwände, Flyer, großformatige Anzeigen auf die Einkaufsstadt Weißenhorn aufmerksam machen. Von Mai an will der Gewerbeverband mit seiner Kampagne "Wir in Weißenhorn" um Kunden aus der Region werben und auch die Weißenhorner wieder verstärkt zum Bummeln in ihrer Stadt animieren. Der Verbandsvorstand stellte den Mitgliedern am Dienstagabend die Eckpunkte der Werbeoffensive vor. "Es macht wenig Sinn, wenn sich die Einzelhändler wie in der Vergangenheit jeder einzeln vermarkten", erläuterte Verbands-Vorsitzender Claus Oehme den Grundgedanken der Aktion.

Mitglied Peter Kuhnen zeigte die aktuelle Situation anhand verschiedener Zahlen und Statistiken auf. "Derzeit wandert mehr Kaufkraft ab als hereinkommt", stellte er fest. Dabei warteten 35 000 Quadratmeter Verkaufsfläche - 83 Prozent in der Hand von unabhängigen Einzelhändlern - in Weißenhorn auf Kundschaft. "Wir müssen gemeinsam ackern, damit die Stadt mit den großen Filialen im Umland mithalten kann", formulierte Kuhnen.

"Eigentlich sind wir ein riesengroßes Kaufhaus", fasste Schriftführerin Ulla Widmann-Borst den Grundgedanken zusammen. Das Ambiente eines mittelalterlichen Stadtkerns könne außer Weißenhorn keine Stadt in der Region bieten. Dieses Alleinstellungsmerkmal gelte es hervorzuheben. Knapp 50 000 Euro soll die auf ein Jahr angelegte Kampagne kosten. Bei 40 teilnehmenden Betrieben würden 100 Euro pro Monat auf jedes Mitglied entfallen. Es gelte, mit den großen Unternehmen mitzuhalten. Der Slogan "Wir in Weißenhorn" solle zum einen nach außen wirken, gleichzeitig aber auch den Weißenhornern Stolz und Engagement für die eigene Stadt vermitteln.

Bürgermeister Wolfgang Fendt stellte seine Vision von einer Einkaufsstadt dar: "Man muss den Leuten vermitteln, welche Vorteile es hat, wenn man hier einkaufen kann." Die Stadt tue das ihre, um gute Voraussetzungen zu schaffen. Derzeit werde der Hauptplatz saniert. Im kommenden Jahr solle mit der Memminger Straße begonnen werden. Hauptstraße, Hauptplatz, Memminger Straße sowie das Straßenstück bis zur Bahnhofstraße könnten in naher Zukunft eine zusammenhängende Einkaufsmeile bilden. Ist dann auch die geplante Bahnlinie mit Personenverkehr zwischen Ulm und Weißenhorn installiert, werde auch das hilfreich sein.

"Wenn ich älter werde, habe ich noch Lebensqualität, wenn ich hier einkaufen kann", sagte Fendt. Wer die heimischen Geschäfte ignoriere, schneide sich auf lange Sicht den Ast ab, auf dem er sitzt. Mit nur elf Prozent leer stehender Geschäfte stehe die Stadt sehr gut da. Fendt: "Wir sitzen alle in einem Boot."


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Autor: PATRICK FAUSS | 11.03.2010

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