Grüne: Im Wahlkreis Ulm wollen vier in den Landtag
Alb-Donau/Ulm.
Thomas Oelmayer (55) vertritt seit 14 Jahren die Ulmer Grünen im Landtag von Baden-Württemberg. Und weil seine Parteifreunde aus dem Kreisverband Alb-Donau/Ehingen keinen eigenen Abgeordneten im Landesparlament haben, vertritt er ihre Interessen gleich mit. Bis Mitte April will er seine Partei informieren, ob er auch zur Landtagswahl am 27. März 2011 noch einmal für die Grünen im Wahlkreis 64 Ulm antreten möchte. Das berichtete Jürgen Filius, Vorsitzender des Kreisverbands Ulm, in der Kreismitgliederversammlung der Grünen aus dem Alb-Donau-Kreis.
Oelmayer ist nicht der einzige Interessent für die Kandidatur im Wahlkreis Ulm. Auch Filius (49), Ulmer Rechtsanwalt wie Oelmayer, hat Interesse angemeldet. Und zwei Frauen stehen bereit. Anita Binder, die bereits einmal für den Posten des Ulmer Oberbürgermeisters kandidierte, überlegt sich, ob sie antritt, berichtete Filius. Die Ulmer Ex-Stadträtin, die wie Filius im Vorstand der Ulmer Grünen sitzt, konnte sich nicht selbst erklären. Sie weilte beruflich in Sacramento (USA). Als vierte hat die Frau von Thomas Oelmayer, Birgit Schäfer-Oelmayer, amtierende Stadträtin in Ulm, ihr prinzipielles Interesse an einer Kandidatur angemeldet.
Er habe seine Kandidatur auch mit seiner Familie und der Kanzlei abgeklärt, berichtete Jürgen Filius. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und war 13 Jahre Ulmer Stadtrat. Als vor 20 Jahren der Bürgerentscheid gegen die Untertunnelung der Neuen Straße stattfand, war er Sprecher der Bürgerinitiative.
Während die Ulmer Grünen also gleich mit vier Interessenten für die Landtagskandidatur aufwarten, ist bei ihren Parteifreunden im Alb-Donau-Kreis noch gar nichts klar. Nach kurzer Debatte einigten sich die Mitglieder am Samstag, die Nominierungsversammlung, bei der der Kandidat gekürt wird, erst im September abzuhalten. Dann bleibe immer noch genügend Zeit für den Wahlkampf, sagte Kreisvorsitzender Nikolai Palaoro.
Die Chancen, dass die Ulmer Grünen auch nach der Wahl am 27. März einen Landtagssitz haben, sind deutlich größer als nach früheren Wahlen. Eine Änderung des Wahlrechts macht es möglich. Weil früher die absolute Stimmenzahl den Ausschlag dafür gab, welcher Grünen-Kandidat aus welchem Wahlkreis über die Liste in den Landtag einzog, und der Wahlkreis Ulm kleiner ist als etwa der in Reutlingen oder Konstanz, stand die Wahl Oelmayers stets bis zuletzt auf der Kippe. Künftig werden die Prozentzahlen herangezogen, dadurch wird der Größenunterschied der Wahlbezirke ausgeglichen.
Die beiden Kreisverbände vereinbarten, künftig enger zusammenzuarbeiten. böh
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11.03.2010
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