Geschäfte offen, Straßen dicht

Senden.  Einige kräftige Regenschauer haben gestern in Senden die Besucher am verkaufsoffenen Sonntag in Trab gehalten. Die Händler freuten sich derweil über mehrere zehntausend einkaufslustige Besucher.

Rund 50 Geschäfte hatten gestern ihre Türen am ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres in Senden geöffnet. Von 13 bis 18 Uhr durfte eingekauft werden. Es herrschte großer Ansturm. Mehrere zehntausend Besucher hatten sich nach Angaben des Industrie-, Handels- und Gewerbeverbands (IHGV) auf den Weg in Richtung Senden gemacht. Einige Verkaufshäuser waren mit speziellen Sonderangeboten für diesen Tag in die Offensive gegangen. Am frühen Nachmittag schon hatten sich am Sendener Stadteingang Staus gebildet.

Zur Erleichterung des IHGV-Vorsitzenden Joachim Reck hatte sich der Winter rechtzeitig verabschiedet. "Vor zwei Wochen wäre so etwas noch gar nicht denkbar gewesen", sagte er mit Blick auf viele entspannt bummelnde Menschen, die sich am Samstag über den Josefsmarkt auf der Hauptstraße bewegten. An beiden Tagen hatte der Markt - mit seinem Karussell und den mehr als 40 Lederwaren-, Schuh- oder Teeständen - Besucher in die Innenstadt gelockt. Viele Cafés bedienten ihre Gäste auch an Tischen am Straßenrand.

Gestern gegen 15 Uhr funkte den Händlern jedoch das Wetter mit einem kräftigen Regenschauer dazwischen. Marktbeschicker Michael Wieser aus Neu-Ulm sah es gelassen. "In anderen Städten hätte man nach so einem Guss einpacken können", sagte der Blumenhändler. In Senden jedoch sei das Geschäft mit den ersten Sonnenstrahlen wieder angesprungen. Auch Edelsteinverkäuferin Martina Neidlinger aus Burgau war trotzt Regenschauer mit dem Geschäft an beiden Tagen zufrieden. Ein zweiter Schauer gestern gegen 17 Uhr brachte dann aber zumindest auf dem Josefsmakt ein verfrühtes Einkaufsende.

Weniger Probleme mit dem Wetter gab es naturgemäß für die Verkaufshäuser im nördlichen Gewerbegebiet. Dort boten Passagen und überdachte Wege Schutz.

"Das Interesse der Leute hat bei weitem unserer Erwartungen übertroffen", sagte Bernhard Ciniawsky, Verkaufsleiter bei Schmid-Schuhe im ehemaligen Realmarkt-Center. Erst vor vier Wochen hatte das Geschäft, wie berichtet, dort eröffnet. Bereits von 11 Uhr an, also eine Stunde vor Ladenöffnung, seien Kunden vor Ort gewesen. Vor allem Familien hätten den Sonntag zum gemeinsamen Einkauf genutzt. Laut Ciniawsky wären mehr Ausstellungssonntage, an denen die Leute durch die Geschäft bummeln können, auch ohne zu kaufen, sinnvoll.

Veranstaltungen wie Oldtimerausstellungen oder Vorführungen des Roten Kreuzes hatte es dieses Jahr wegen der kurzen Vorbereitungszeit nicht gegeben. "Der Stadtratsbeschluss für den verkaufsoffenen Sonntag kam erst vor drei Wochen", erklärte Joachim Reck. Für den offenen Sonntag im kommenden Herbst wolle der Verband wieder Partner finden, die das Programm bereichern. Ein Lob sprach Reck der Feuerwehr aus. Die ehrenamtlichen Helfer hatten mit Absperrungen und Einweisediensten dafür gesorgt, den Ansturm der Besucher auf Senden zu meistern.

Die Parkplätze im Norden waren zeitweise überbelegt. Der IHGV hatte im Vorfeld Flyer verteilt, auf denen alle zehn großen Stellplätze eingezeichnet waren. Außerdem sollte ein Fahrplan mit den Haltestellen der Shuttlebusse Besucher dazu bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Viele Besucher nutzen dieses Angebot offenbar aber nicht. Die Sendener Polizei kritisierte gestern in einer Mitteilung die ungenügende Ausschilderung der Parkplätze. Beim nächsten Mal bestehe Verbesserungsbedarf.

"Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen", zog IHGV-Vorsitzender Reck gestern am Ende des Tages ein Resümee. Die beiden Schauer hätten ein wenig die Bilanz getrübt. Dennoch hätten immerhin wieder mehrere zehntausend Besucher den Weg zum offenen Sonntag in Senden gefunden.


Weitere Artikel:


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: PATRICK FAUSS | 22.03.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe

Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr