Energiekonzern rüstet Leitung auf
Nersingen. Über die Überlandleitung zwischen Dellmensingen und Niederstotzingen soll bald beidseitig Strom mit Hochspannung fließen. Dazu werden jetzt auch bei Nersingen höhere Strommasten errichtet.
Ein Schild an der Staatsstraße zwischen Nersingen und Straß warnt: "Achtung, Großbaustelle!" Der Energiekonzern ENBW ersetzt dort einen Mast seiner Überlandleitung durch einen höheren. Insgesamt unterhält der Netzbetreiber derzeit sechs Großbaustellen rund um Straß, Nersingen und Oberfahlheim. Bis Ende Juli sollen alle sechs 40 Jahre alten Masten auf Gemeindegebiet durch größere und stabilere Modelle ersetzt werden. Denn sie sind Teil der 41,2 Kilometer langen Stromtrasse von Dellmensingen nach Niederstotzingen, die derzeit zur Höchstspannungsleitung ausgebaut wird.
Bisher fließt auf einer Seite der Leitung Strom mit 220 Kilovolt Spannung, auf der anderen Seite mit 380 Kilovolt. Bald soll über beide Arme der Strommasten eine Spannung von 380 Kilovolt fließen. Um die Spannung zu erhöhen, müssen stärkere Strommasten und dickere Seile her. Die Nachfolgermasten fallen mit rund 60 Metern Gesamthöhe im Schnitt fünf Meter höher aus.
Walter Diebold, Baukontrolleur der ENBW, rechnet mit der Umsetzung "aber nicht vor 2011".
Die Geräusche, die von den Stromleitungen ausgehen, nähmen durch die Umrüstung nicht zu. Im Gegenteil, durch die Verwendung dickerer Seile schwirrten die Leitungen bei Regen und Frost künftig leiser, sagt er.
Mit der Ausführung der Bauarbeiten wurde das Bauunternehmen Alpine aus Eching bei München betraut. Je nach Bauphase sind an den sechs Masten 20 bis 35 Arbeiter täglich im Einsatz. Zunächst wird das vorhandene Betonfundament beseitigt, der Mastfuß wird durch zusätzlichen Stahl verstärkt. Dazu wird aus 200 Kubikmetern Beton und 25 Tonnen Stahl pro Mast ein neuer, massiver Fuß gegossen. Damit waren die Bauarbeiter zwischen Nersingen und Straß vergangene Woche vorrangig beschäftigt.
Im nächsten Schritt wird der bisher vorhandene Strommast oberhalb des Fußes abmontiert.
"Spannend wird es am Tag X", erklärt Walter Diebold: Dann rücken Spezialkrane an und hieven die neuen, 70 Tonnen schweren Masten, die derzeit noch am Boden liegen, in die Höhe. Dies werde, je nach Baustelle, in zwei bis drei Monaten der Fall sein.
Zuvor werden die vorgefertigten Mastteile, die bis zu 35 Meter lang sind, zu einem Ganzen zusammengebaut. Sie auf Spezialtransportern herzutransportieren war bei Standorten, die sich mitten in Feldern befinden, nicht einfach.
Die vorhandenen Feldwege zwischen Nersingen und Straß sind so schlecht befestigt, dass parallel zum Mastbau nun auch Straßenbau betrieben wird: Laster schaffen Kies heran, Walzen befestigen den Untergrund. Denn spätestens wenn die Spezialkrane anrücken, bedarf es geeigneter Zufahrten. "Das war nicht eingeplant, kommt aber immer wieder vor", sagt Diebold. Unterm Strich ist er mit dem Baufortschritt zufrieden: "Wir liegen im Zeitplan."
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Autor: MIRANDA TIEPERMANN | 10.03.2010
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Großbaustelle zwischen Nersingen und Straß: Bis Ende Juli soll hier ein neuer Strommast stehen. Foto: Miranda Tiepermann
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