"Die soll sich halt nicht so anstellen"
Nach einem Raubüberfall muss für viele Angestellte die Arbeit weitergehen, obwohl sie schwer unter den Folgen leiden. "Die sind fertig", sagt Rainer Dacke, der bei Verdi Ostwürttemberg-Ulm zuständig ist für den Fachbereich Handel. Doch das sei Arbeitgebern häufig egal. Da heiße es halt, "die soll sich nicht so anstellen", erzählt der Gewerkschafter. Eine Nachsorge werde Mitarbeitern selten angeboten. Falls sie psychisch nicht in der Lage sind zu arbeiten, könnten sie sich krank melden. Allerdings würden manche Arbeitgeber diese Fehlzeiten im Nachhinein negativ bewerten. Es gebe in diesen Sicherheitsfragen keine Vorschriften: So betreibe ein großes Unternehmen aus Kostengründen Ein-Mann- und Eine-Frau-Filialen, obwohl die Angestellten einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Andere Discounter haben einen "Maßnahmenkatalog für die Mitarbeiter, wie man sich präventiv und am sichersten verhält", sagt die Pressesprecherin eines bundesweit ansässigen Unternehmens. Beispiele: Man soll niemals allein in dem Markt sein; falls etwas passiert, wird geraten, keinen Widerstand zu leisten. Nach einem Überfall werde mit den Betroffenen abgesprochen, ob sie einige Tage freigestellt werden oder gleich wieder arbeiten möchten. lai
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23.01.2010
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