Därles Bärbla an der Macht
Oberelchingen. Bis Aschermittwoch herrschen nun also auch in Oberelchingen die Gesetze der Narren.
800 Hästräger aus 40 Zünften sowie viele hundert Zuschauer waren dabei, als der Narrenbaum aufgestellt wurde.
Konfettikanonen, laute Musik und Feuerwerk. Die Faschingsfreunde haben sich am späten Freitagabend auch vom Regen in Oberelchingen nicht abschrecken lassen. Dicht gedrängt standen sie am Hang zwischen Kloster und Gasthof Krone, um die Därles Bärbla beim Narrenbaumaufstellen anzufeuern. Am Martinstor versammelten sich 800 Maskenträger aus 40 Zünften. Gemeinsam mit den Därles Bärbla Oberelchingen trugen sie den Narrenbaum zu seinem Standort beim Gasthof Krone.
"Wir veranstalten hier eines der größten Narrenbaumstellen in der Region. Die befreundeten Zünfte fahren bis zu 50 Kilometer - nur um hier dabei zu sein", sagte Christian Holl nicht ohne Stolz. Er heizte auf der Bühne der Därles Bärbla die Stimmung an. Fastnetsaufwecken und Baumstellen finden in Oberelchingen an einem Tag statt. Anders sei dies aus Termingründen nicht möglich, erklärte Holl.
Am Oberelchinger Martinstor holten die Hästräger die verhüllte "Bärbel" aus der Zunftstube und zogen sie schließlich zur Bühne. Die 40 befreundeten Zünfte und Musikgruppen liefen zunächst voran und wurden nach und nach den wartenden Faschingsfreunden vorgestellt. Im Zug trugen die Zunftmeister den Baum. Die Kinder allerdings trugen den Baumschmuck. Auch sie marschierten vorneweg.
Der Leiterwagen mit der schlafenden Bärbel wurde als erstes auf die Bühne gebracht und von den Därles Bärbla aufgeweckt. Die gerade noch Schlafende war plötzlich putzmunter: Sie hüpfte aus dem Wagen und tanzte über die Bühne. Symbolisch wurde mit dieser Aktion in Oberelchingen der Fasching "aufgeweckt". Und das wiederum heißt: Bis Aschermittwoch gelten in der Gemeinde nun einzig und allein die Gesetze der Narren. Um dies zu unterstreichen, lasen die Därles Bärbla dem Elchinger Bürgermeister Joachim Eisenkolb und einigen Gemeinderäten dann gleich die neuen Gesetze vor. Dem Publikum gefiel dies. Es jubelte.
Dann wurde es auch für die Zunftmeister der befreundeten Faschingsvereine und die Därles Bärbla ernst: Angefeuert von den vielen Oberelchingern stellten sie Stück für Stück den 18 Meter hohen Narrenbaum in Form eines umgedrehten Hexenbesens mit Holzscheren auf. Immer wieder mussten die Männer während dieser Aktion kurz pausieren, um die Holzscheren umzulagern oder den riesigen Reisigbesen zu fixieren.
Nach einer guten halben Stunde feierten die Maskenträger schließlich nach getaner Arbeit. Feuerwerkskörper explodierten, die Oberelchinger Faschingshymne erklang. In der Hexenbar im Feuerwehrhaus oder in der Brühlhalle ließen die Maskenträger den Abend dann fröhlich ausklingen.
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Autor: NINA MERKLE | 08.02.2010
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Auftakt zur heißen Faschingszeit in Oberelchingen: Bärbel (links) ist erwacht. Gleich wird sie über die Bühne hüpfen. Symbolisch wurde mit der Aktion der Fasching "aufgeweckt". Rechts steht Moderator Christian Holl. Foto: Nina Merkle
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