Carsharing bald auch in Senden
Senden. Mobil sein ohne eigenes Auto: Das ist in sechs Wochen auch in Senden möglich. Eine Ulmer Firma wird ihr Carsharing-Netz in die Illerstadt ausweiten.
Durchschnittlich 40 Minuten am Tag bewegen die Deutschen ihr eigenes Auto. "Den Rest der Zeit steht das Vermögen, das man in dieses Fahrzeug investiert hat, nur herum und kostet dennoch Geld." Das sagte der Sendener Bürgermeister Kurt Baiker gestern anlässlich eines Pressegesprächs mit zwei Vertretern der Ulmer Firma Confitech. Das Unternehmen bietet seit 2006 in Ulm und Neu-Ulm mit einer Flotte von 13 Fahrzeugen Carsharing an, sprich: Jeder kann sich gegen Gebühr eines der Autos mieten, es gibt Kleinwagen und sogar einen Achtsitzer. In rund sechs Wochen soll das auch in Senden möglich sein: Zunächst werde auf dem Parkplatz beim Rathaus ein Corsa stationiert, kündigte Confitech-Geschäftsführer Joachim Vogt an.
"Wir sehen in Senden sehr gute Chancen für das Carsharing", sagte Vogt. Dafür sprächen die ausgebaute Infrastruktur mit dem Handelszentrum und der gute Öffentliche Personen-Nahverkehr. "Auto-Teiler nutzen erfahrungsgemäß vermehrt den ÖPNV." Carsharing eigne sich nicht so sehr für Leute, die eine hohe Fahrleistung haben oder das Auto täglich benötigen, um zur Arbeit zu kommen. Jedoch könne ein Miet-Pkw in solchen Fällen auch als "Zweitfahrzeug" dienen, um Spitzen abzudecken - auch für Familien mit Kindern, haben die meisten Fahrzeuge doch entsprechende Sitze eingebaut. Carsharing rechne sich für die meisten Nutzer, diese könnten bis zu 2000 Euro im Jahr sparen. Es sei von Vorteil für die Kommunen, da sich erfahrungsgemäß die Zahl der Autos reduziert. Nicht zuletzt profitiere die Umwelt.
Baiker freute sich über die Expansion des Carsharings nach Senden. "Zum ersten Mal gibt es eine echte Alternative zum eigenen Auto." Die Natur und der Geldbeutel der Bürger würden entlastet. "Dieses Produkt wird sich durchsetzen." Als Zweitwagen, für Autolose oder für Fahranfänger. Das Rathaus sei als zentrale Anlaufstelle ideal, um das erste Auto zu installieren. Verwaltungsmitarbeiter würden das neue Angebot ebenfalls nutzen. "Im Vergleich mit unserem Fuhrpark hat Carsharing deutliche Vorteile."
Vogt erklärte, wie es funktioniert: Wer sich registriert, bekommt eine Chipkarte, mit der er das Miet-Auto öffnen kann. Gebucht wird online oder über Telefon. Der Schlüssel befindet sich im Handschuhfach - reinstecken und los gehts. Abgerechnet wird nach zurückgelegter Strecke und Nutzungsdauer. Die Kosten für Kraftstoff, Versicherung und Steuer sind im Tarif enthalten. Einfachfahrten sind allerdigs nicht möglich: Das Auto muss zurück an den Start. "Aber das ist ja beim privaten Auto in der Regel auch so." Dennoch seien Urlaubsfahrten möglich. Wer ansonsten kein eigenes Auto fährt, komme trotz zweiwöchiger Mietdauer günstiger weg.
Los gehts mit dem Corsa, der erst noch gekauft werden muss. Ist die Nachfrage groß genug, kommt ein zweites Auto. Eventuell ein Kombi - das hänge von den Wünschen der Kunden ab. Angedacht ist, am Bahnhof einen Pkw zu stationieren.
Info
Informationen: Tel. (0731) 946 45 51 oder online unter: confishare.de
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Autor: NIKO DIRNER | 23.04.2010
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Medienrummel um geplantes Carsharing in Senden: Joachim Vogt, Chef der Firma Confishare (links), stellt Bürgermeister Baiker das System vor. Rechts steht Peter Sunelaitis, der in der Firma für das Carsharing zuständig ist. Foto: Niko Dirner
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