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Biomasse-Heizkraftwerk in Senden soll Ende 2011 fertig sein

Im Januar wird der Spatenstich für das Biomasse-Heizkraftwerk der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm in Senden erfolgen. Ende 2011 soll es in Betrieb gehen.

Autor: WILLI BÖHMER |
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"Die Aufträge sind alle erteilt, die Vergaben gelaufen." Die Arbeiten für das neue Biomasse-Heizkraftwerk in Senden können starten, sagt Jürgen Schäffner, Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochtergesellschaft SWU Energie. Der Spatenstich soll im Januar erfolgen, die Grundsteinlegung im Frühjahr oder im Frühsommer. Die Trassenplanung für die Fernwärmeleitung, die später die produzierte Energie von Senden nach Ludwigsfeld bringen soll, läuft. Die Sendener Fernwärmeleitung soll an das Netz angeschlossen werden, das in Ludwigsfeld seit vielen Jahren arbeitet. Dafür ist eine fünf Kilometer lange, extrem isolierte Leitung notwendig. Und die Stadt Senden hat auch bereits eine Trasse projektiert, die die Wärme in Senden verteilen soll.

Die SWU werden auf einem 13 000 Quadratmeter großen Gelände an der Robert-Bosch-Straße, auf dem früheren DF-Gelände, ein großes Biomasse-Kraftwerk bauen. 5 Megawatt elektrische Leistung und 6,4 Megawatt Wärmeleistung soll es produzieren und einen sagenhaften Wirkungsgrad von 80 Prozent erreichen. Der erzeugte Strom soll ausreichen, ganz Senden zu versorgen. Eine technologische Innovation: Das Holz wird verschwelt, die freigesetzten Gase werden verbrannt. Wegen dieser hervorragenden Werte wird der Bau der Anlage vom Bundeslandwirtschaftsministerium auch mit 6,6 Millionen Euro gefördert (wir berichteten). Die Gesamtinvestition wird auf 26,5 Millionen Euro hochgerechnet.

40 000 Tonnen unbehandeltes Holz sollen vom vierten Quartal 2011 an jährlich in der Anlage verschwelt werden. Später, wenn die Anlage stabil läuft, was bei einem so großen Projekt einige Zeit dauert, können auch Grünschnitt und Restwaldhölzer in die Brennkammer wandern. Bislang gibt es nur in Güssing in Österreich eine vergleichbare Anlage. "Diese arbeitet bereits kommerziell", sagt Schäffner. Aber die dortige Anlage ist nur halb so groß wie die in Senden geplante.

Wenn das neue Biomasse-Heizkraftwerk arbeitet, soll auch für Senden eine Fernwärmeversorgung aufgebaut werden. Zuerst wird das neue Gewerbegebiet an der Florian-Straße angeschlossen werden. Die dort gelegene Feuerwache hat schon Interesse angemeldet, irgendwann werde man dann mit der regulären Kundenwerbung beginnen, sagt der Chef der SWU-Energie. Später soll das Sendener Wärmenetz auf das Handelsgebiet im Sendener Norden und irgendwann auch auf die Haushalte ausgedehnt werden.

Die Stadtwerke engagieren sich überdurchschnittlich bei der Erzeugung regenerativer Energien, versichert Schäffner. Energie aus nachwachsenden Rohstoffen wie die aus der Holzverschwelungsanlage in Senden passen in den Energiemix der SWU. "Wir haben 31 Prozent unserer Energie aus diesem Bereich, der Durchschnitt in Deutschland liegt bei 16 Prozent."

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