Baustein für neue City Wohn- und Geschäftshaus in Sendener Hauptstraße geplant

Senden.  Ein Neubau wird die Sendener Innenstadt verändern: Der Projektentwickler Göttfried & Partner plant in der Hauptstraße ein drei- und fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus. Die Vermarktung läuft eher zäh.

Die Sendener Hauptstraße zwischen Bahnlinie und Kemptener Straße aufzuwerten, ist seit Jahren Ziel von Bürgermeister Kurt Baiker. Der Neubau des Paul-Gerhardt-Hauses am westlichen Ende der Innenstadt hätte eine Initialzündung sein sollen. Doch für weitergehende Umbauten, etwa die schon einmal angedachte Verkehrsberuhigung, hatte die Stadt bislang nicht das Geld. Nun ist es wieder ein privater Investor, der die Einkaufs- und Gastronomiemeile voranbringt.

Im Februar 2009 wurde zum ersten Mal bekannt, dass der Neu-Ulmer Immobilienentwickler Göttfried & Partner gleich im Anschluss an das Gerhardt-Haus der evangelischen Kirche ein Wohn- und Geschäftshaus plant. Überbaut werden sollen dafür das kleine, inzwischen geräumte und der Stadt gehörende Haus mit der Nummer 28 und das ehemalige Fotogeschäft direkt daneben. Dieses Grundstück gehört einer Erbengemeinschaft.

Der Neubau wird zum Gerhardt-Haus nur drei Stockwerke hoch und steigt dann auf fünf Etagen an. Das habe die Stadt gewollt, damit vom Gemeindehaus her ein sanfter Übergang entsteht, sagt Rick-Steven Göttfried. Eigentlich habe man beide Abschnitte hoch bauen wollen. Entstehen werden zum einen 16 Wohnungen mit Flächengrößen zwischen 62 und 123 Quadratmeter. Wohnungen mit zahlreichen Vorzügen, meint Göttfried: meist zwei Balkone, barrierefreie Räume, energiesparende Bauweise. Auch einen Aufzug für Autos und für Personen hat das Haus. Dazu kommt die zentrale Lage mit kurzen Wegen zu Arzt, Apotheker, Supermarkt, Bahnhof. Dennoch laufe die Vermarktung zu seiner Verwunderung "zäh", sagt der Unternehmer. Erst drei Wohnungen sind verkauft, zwei sind reserviert. Seine Erklärung: Interessiert seien fast nur Ältere jenseits der 50, "und die können sich eine Wohnung anhand von Plänen und Visualisierungen schwer vorstellen".

Andererseits müsse vor einem Baubeginn eine gewisse Verkaufsquote erreicht werden, um das Risiko für den Bauträger gering zu halten. Denn Göttfried & Partner werden das Gebäude nicht selbst erstellen. "Wir haben das Projekt aufgelegt und geplant. Wir vermarkten und finanzieren", erklärt Göttfried Das Verkaufsvolumen beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro.

Unerwartet gut läuft für die erfahrenen Projektmanager der Verkauf der Geschäftsräume an Kapitalanleger. Unerwartet, da der Handel in der Sendener Innenstadt stark unter der Konkurrenz im Norden der Stadt leidet. So gut wie weg ist das "Sahnestück": die Gastronomie-Fläche in der linken Haushälfte, angrenzend an den neu entstandenen Kirchplatz. Dort wird ein Eiscafé einziehen, Außenbestuhlung ist auch abseits der Hauptstraße vorgesehen, verrät Göttfried. Bedeckt hält er sich, was die Interessenten für die beiden anderen Ladenlokale angeht. Möglich wären dort: Blumenladen oder Friseur. Zudem gibt es Gewerberäume im ersten Stock des dreigeschossigen Teils. "Dort entstehen zwei Flächen mit zusammengenommen 150 Quadratmetern, die für eine Praxis ideal wären."

Die Bauvoranfrage soll in Kürze bei der Stadt eingereicht werden, sagt Göttfried. Der Abriss der bestehenden Gebäude solle noch in diesem Jahr erfolgen, ins Auge gefasst ist der November. Baubeginn soll dann im Januar sein. Ende 2011 sollen sämtliche Geschäfte und Wohnungen dann bezugsfertig sein.


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Autor: NIKO DIRNER | 02.09.2010

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