Bauen 2010: Mehr als 14 Millionen Euro für die Schulen

Kreis Neu-Ulm.  Insgesamt investiert der Landkreis Neu-Ulm 14 MillionenEuro in Schulen. Für einige der Sanierungsprojekte hat der Bauausschuss des Kreistags gestern Konzepte festgelegt und Arbeiten vergeben.

"Eine Reihe durchaus bemerkenswerter Investitionen." Diese tätigt der Kreis Neu-Ulm. Gestern im Bau- und Planungsausschuss ging es um die Investitionen, die für Schulen anstehen. "In diesem Jahr haben wir dafür stolze 12,1 Millionen Euro veranschlagt", sagte Landrat Erich Josef Geßner. Dazu kommen Unterhaltskosten für Schulgebäude in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro. Mit Reinigungs- und Personal- und sonstigen Aufwendungen kommt die Landkreisverwaltung auf 6,1 Millionen Euro für die Schulen, für die der Landkreis zuständig ist: die Förderzentren in Neu-Ulm und Illertissen, vier Gymnasien, drei Realschulen, zwei Berufsschulen, die Fachoberschule. "Ich bin mir sicher, dass wir in schwierigen Zeiten einen gebührenden Beitrag zur Stärkung der heimischen Wirtschaft und zur Sicherung von Arbeitsplätzen leisten können", sagte Geßner. Vier Sanierungsprojekte haben Kreisräte und -verwaltung in der gestrigen Sitzung vorangebracht:

Umbau und Erweiterung des Lessing-Gymnasiums in Neu-Ulm. "Die Schule befindet sich zur Zeit in einem Aufwärtstrend", schickte Geßner der Diskussion voran. Die konzeptionelle Weiterentwicklung und das neue Image gelte es, durch bauliche Anstrengungen zu unterstützten. Die beiden Gebäude, die die Schule bilden, stammen aus den 50er und 70er Jahren. Die hauptsächlichen Veränderungen und Modernisierungen betreffen das Innere der Schule - mit dem Bau einer Verteilerküche für den Ganztagsbetrieb und mehr Sicherheit durch zusätzliche Fluchttreppen und der Aufgabe vieler, schwer einzusehender Eingänge. Dazu gehört eine Aula, die die beiden Teile der Schule nicht mehr trennt, "sondern eine Art Marktplatz und Mittelpunkt des Hauses wird", berichtete der Architekt Thomas Schmidl. Zu besprechen gab es gestern das Farbkonzept für die Schule. Dieses verfolge das Ziel, mittels durchgängiger Farbmuster mehr Ruhe und Klarheit in den Alltag zu bringen. Zudem haben Schulleitung und Architekt das Projekt "sprechende Wände" am Lessing-Gymnasium begonnen. Nach einem schulinternen Wettbewerb sollen Zitate, Sprüche und naturwissenschaftliche Formeln in Fluren und Treppenhäusern aufgeklebt werden. Der Bauausschuss hat zugestimmt.

Bei der Planung für den Umbau und die Sanierung der Realschule Vöhringen haben die Kreisräte einen schon im Vorfeld geäußerten Vorschlag des Architekten Peter Fink aufgegriffen, bei dem Fünf-Millionen-Projekt auch gleich einen Ganztagsschulbetrieb mit vorzusehen. Zunächst hatte die Regierung von Schwaben diesen Gedanken ins Wanken gebracht. "Der Bedarf wird von der Schulleitung nun aber bereits für das kommende Schuljahr gesehen", sagte Geßner. Auch mit einer Förderung sei inzwischen zu rechnen. Wie dies ohne zusätzlichen Anbau und ohne weitere, große Eingriffe in den Bestand zu bewerkstelligen ist, zeigte Fink in der gestrigen Sitzung auf. Einige Räume im Anschluss an den Haupteingang, die gemäß der bisherigen Planung für "kleinräumige Nutzung" vorgesehen waren, ließen sich zu einem großen Speisesaal mit mehr als 75 Sitzplätzen zusammenfassen. Daran angedockt würde eine Küche. Die reinen Baukosten dafür würden sich auf rund 90 000 Euro belaufen - inklusive weiterer Ausrüstung und Kücheneinrichtung kommt Fink auf rund 150 000 Euro. Das eine oder andere an Einrichtung ließe sich je nach Anforderung vielleicht noch weglassen. Die Kreisräte schlossen sich Geßners Ansicht an, dass dies ein schnelles, ausreichendes und unkompliziertes Verfahren wäre, dort mit Ganztagsbetreuung zu starten - ohne sich in späteren Jahren mit einem zusätzlichen Anbau befassen und mit weiteren Bauarbeiten den Schulbetrieb stören zu müssen.

Nach der Inge-Aicher-Scholl-Realschule in Pfuhl wird auch die Christoph-Probst-Realschule in Neu-Ulm saniert. Es handelt sich hierbei um ein durch das Konjunkturpaket angestoßenes Bauprojekt für rund 1.9 Millionen Euro. Gestern hat der Ausschuss Arbeiten für rund 550 000 Euro vergeben.

Einzelne Arbeiten für das 18-Millionen-Projekt "Sanierung der Fachoberschule Neu-Ulm" hat der Bauausschuss ebenfalls vergeben. Insgesamt sind in diesem Haushaltsjahr acht Millionen Euro vorgesehen. Man liege im anvisierten Kostenrahmen, ebenso im Zeitplan berichtete Architekt Maik Neumann.


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Autor: MICHAEL JANJANIN | 11.03.2010

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