Ausstellung in Illertissen informiert über Sterbebegleitung

Illertissen.  Nicht allein sein, friedlich Abschied nehmen, in vertrauter Umgebung sterben

"Wir müssen alle sterben", sagt eine alte Dame mit Krückstock. "Hoffentlich haben wir dann jemanden, der uns die Hand hält." Ein Opa hält seinen Enkel an der Hand. Er sagt: "Sterben ist wie die Geburt - ein elementarer Bestandteil unseres Lebens." Ein Grundschulkind ist überzeugt: "Meine Oma ist im Himmel." Und ein junges Mädchen, vielleicht 15 oder 16 Jahre alt, sagt: "Abschied nehmen heißt, dem anderen sehr nah zu sein." Alle diese Aussagen sind auf lebensgroßen Papp-Figuren aufgebracht. Die Figuren gehören zu einer Wanderausstellung des bayerischen Sozialministeriums zum Thema Sterbebegleitung. Die Ausstellung mit dem Titel "Gemeinsam gehen" ist jetzt im Foyer der Illertisser Sparkasse eröffnet worden.

Thematisiert wird dort die Arbeit in Hospizen ebenso wie die Erfahrung von Menschen, die von einem Angehörigen Abschied nehmen mussten. Wer sich die Ausstellung ausschaut, dem wird klar: Es fällt zwar leicht, den Gedanken des Sterbens aus dem hektischen Alltag zu verdrängen. Das jedoch erschwert den Umgang mit dem Tod, wenn er plötzlich nahe rückt, wenn ein Leben nach langer Krankheit zu Ende geht. Damit Betroffene und ihre Angehörige auf diesem letzten Weg nicht allein sind, haben sich alleine in Bayern 4000 ehrenamtliche und geschulte Helfer in etwa 130 Hospizvereinen zusammengetan. Zehn Jahre gibt es nun auch die Bayerische Stiftung Hospiz.

Die Ausstellung würdigt in Bildern, Zitaten und Hörbeispielen den Hospizgedanken und jene Menschen, die sich für die Hospiz engagieren. Gerti Keßlinger, Vorsitzende der Illertisser Hospizgruppe, freute sich, dass die Ausstellung in ihrer Stadt gezeigt wird: "Für dieses Jahr ist die Ausstellung ausgebucht." Auch Armin Brugger, Vorstandssprecher der Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen, begrüßte die Gäste, darunter Landrat Erich Josef Geßner, Hospizhelfer und Kommunalpolitiker.

Wie unterschiedlich Sterbebegleitung aussehen kann, wird in Illertissen auf Schautafeln deutlich: Patienten, Hinterbliebene, Hospizhelfer und Geistliche kommen dort zu Wort. Sie berichten von ihren Erfahrungen, beschreiben Gefühle und Aufgaben. "Die Ausstellung soll motivieren, sich mit dem Thema auseinander zu setzen", sagte Dr. Anneliese Hösch, Palliativmedizinerin aus Krumbach.

Themen der Ausstellung sind neben der ambulanten Begleitung auch die stationäre Arbeit in Hospizen und Pflegeeinrichtungen, Vorsorgevollmachen und Patientenverfügungen. Eine große Schautafel gibt einen Überblick, wo die Hospiz-Vereine zu finden sind. In der letzen Phase einer fortgeschrittenen Erkrankung möglichst gute Lebensbedingungen zu schaffen - so beschreibt Dr. Hösch das Ziel des ganzheitlichen Ansatzes der Palliativmedizin, wobei Hospizhelfer als Ergänzung und in Zusammenarbeit mit Pflegern, Ärzten, Seelsorgern und Verwandten im Einsatz sind. "Manchmal sind sie einfach nur da", sagte die Oberärztin.

Menschen werden auf Wunsch über den Tod eines Angehörigen hinaus betreut: "Ich kann in Ruhe gehen, weil ich weiß, du wirst in deiner Trauer nicht allein sein", heißt es dazu in der Ausstellung.

Info

Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 25. Februar, während der Öffnungszeiten der Illertisser Sparkasse zu sehen.


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Autor: LISA RANZ | 08.02.2010

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