Auch Trachtenkapelle verlässt Kulturring

Vöhringen.  Wenig begeistert zeigt sich der Vorsitzende des Kulturrings Vöhringen: Ein weiterer Verein, die Trachtenkapelle Illerzell, hat die Mitgliedschaft gekündigt.

Den Vöhringer Kulturring gibt es nun seit Juli 1978. Ziel des Zusammenschlusses der Kulturvereine in Vöhringen und in den beiden Stadtteilen war es einst, ein gemeinsames Dach zu schaffen. Doch nun dezimiert sich die Zahl der Mitglieder, denn nach der Musikkapelle Illerberg/Thal hat jetzt auch die Trachtenkapelle Illerzell den Kulturring verlassen. Was den Vorsitzenden Manfred Ströbel bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend zu der Äußerung veranlasste: "Beide Vereine haben seit der Eingemeindung den Rahm abgeschöpft. Illerzell hat das Vereinsheim ,Zum Brückle und in Illerberg gibt es die Turn- und Festhalle." Ströbel bedauerte auch, dass sich die Kernstadt und die Stadtteile immer weiter auseinanderlebten, anstatt enger zusammenzurücken.

Nach der Umstellung der Besteuerung der Vereine im Jahr 1989 bleiben in der Kasse des Kulturrings nur noch die Erlöse aus dem Verkauf von Bier und nicht alkoholischen Getränken beim Stadtfest. Denn der Straßenfasching fällt seit einigen Jahren aus. Das Guthaben des Vereins resultiere hauptsächlich aus Spenden, teilte Sabine Hinterkopf den Vereinsvertretern in ihrem Kassenbericht mit.

Manfred Ströbel monierte auch den schlechten Besuch bei der Maibaumfeier und beim Stadtfest. Ohne die Hilfe der Stadt - sie übernimmt die Miete für das Festzelt und sponsert den Auftritt einer Musikkapelle - könnte dieses Fest nicht mehr stattfinden, betonte der Vorsitzende.

Der Vorsitzende streifte in seinem Bericht kurz die Zukunft des in den Besitz der Stadt übergegangenen Josef-Cardijn-Hauses. Auf Nachfrage erläuterte er, dass es in Vöhringen 60 Vereine gebe und einige von ihnen dort unterkommen könnten. Außerdem brauche die Kommune eine Wirtschaft im Stadtkern. Ferner benötige der Kulturring dringend eine Halle, um seine Utensilien unterstellen zu können. Er könne sich auch vorstellen, dass aus dem Vöhringer Karl-Eychmüller-Sportpark einmal ein Park der Vereine werden könnte, ließ Ströbel die Zuhörer wissen.

Der enorme Einsatz der Vorsitzenden für die Vereine sei das Hauptproblem des Kulturringes. Sie hätten nur wenig Zeit für etwas anderes. "Dies ist auch bei der Trachtenkapelle der Fall", stellte Bürgermeister Karl Janson fest. Er schlug eine Satzungsänderung vor, damit auch andere Vereine und an der Kultur interessierte Personen Mitglied werden können und dadurch der Kulturring am Leben erhalten werde. "Es lohnt sich, darüber nachzudenken", sagte Janson.


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Autor: INGRID WEICHSBERGER | 11.03.2010

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