Ärger um illegale Altkleider-Container

Immer mehr Private sammeln Altkleider. Das führt zu viel Ärger. Nun stellt der Kreis Richtlinien auf, um "unerwünschte Entwicklungen" zu stoppen.

CARSTEN MUTH |

Ausrangierte Jacken, Hosen und Pullis werden immer begehrter. Altkleider sind offenbar so begehrt, dass sich immer mehr Privatfirmen an öffentlichen Sammlungen beteiligen und Container aufstellen, ohne dass ihnen Behörden und Grundstückbesitzer eine Erlaubnis erteilt haben. Mit der Weiterverwertung von Altkleidern lassen sich hohe Erlöse erzielen, heißt es im Neu-Ulmer Landratsamt. Die Geschäfte seien lukrativ. Kein Wunder also, dass derzeit verstärkt gewerbliche Anbieter auf den Markt drängten, die Zahl gewerblicher Straßensammlungen massiv zunehme - was in vielen Städten und Gemeinden zu Problemen und Beschwerden geführt habe.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises spricht von einem Wildwuchs, der eingedämmt werden müsse. AWB-Sprecher Thomas Moritz hat kürzlich den Kreisräten entsprechende Leitlinien vorgestellt, Konzepte angerissen. Die Räte nahmen die Vorschläge zunächst einmal zur Kenntnis. Beschlossen wurde noch nichts.

In einem Punkt aber besteht Einigkeit: Die Umsetzung der Punkte könne dazu beitragen, "unerwünschte Entwicklungen zu kanalisieren", schnell und flexibel auf die Probleme zu reagieren. Einige Kommunen spielten mit dem Gedanken, ein eigenes Altkleider-Sammelsystem aufzubauen. Davon hält der AWB nicht viel, weil damit der Wildwuchs nicht gestoppt werde. Andere Kommunen hingegen unterstützten das Sammelsystem gemeinnütziger oder karikativer Einrichtungen. Dieses System könne sinnvoll ergänzt und gestärkt werden. Die wichtigsten Vorschläge des Abfallwirtschaftsbetriebs:

Zusammenarbeit: Kreis und Kommunen arbeiten künftig verstärkt zusammen. Die Verwaltungen in den Städten und Gemeinde behalten die Entscheidungskompetenz.

Koordinierung: Die Pläne sehen vor, dass der Abfallwirtschaftsbetrieb die Koordination bei der endgültigen Festlegung der Leitlinien übernimmt. Die Kommunen sorgen für die Umsetzung vor Ort.

Container-Wildwuchs: Klar ist: Private Sammlungen können und sollen nicht unterbunden werden. Wer allerdings illegal Container aufstellt, wird abgemahnt. Zudem sollen den Besitzern Fristen gesetzt werden: Wer sich nicht an die Regeln hält, muss seine Behälter entfernen. Der Kreis müsse auch hier klare Regeln aufstellen.

Genehmigungen: Die Gemeinden erteilen künftig so genannte Sondernutzungserlaubnisse - allerdings nur an jene Anbieter, die sich langfristig engagieren und garantieren, mindestens drei Jahre lang an einem Standort Altkleider zu sammeln.

Leerungen: Container werden grundsätzlich mindestens ein Mal pro Woche geleert. Die Zahl der Container pro Standort wird exakt festgelegt.

Sauberkeit: Einheitliche Standards müssen her, um Containerstandorte sauber zu halten. Sammler müssen den Kommunen jede Änderung mitteilen - etwa die Größe der Behälter. Container sollen genau beschriftet sein - damit klar ist, wer sammelt. Überdies soll es den Sammlern künftig untersagt sein, Altkleider vor Ort auszusortieren.

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