7000 Zuschauer erleben Umzug am Faschingsdienstag in Weißenhorn

Weißenhorn.  Mit einem zweistündigen Umzug ließen es die Narren zum Ende der Fastnacht nochmal richtig krachen. Kreative Kostüme, wilde Stimmungsmusik und lokalpolitische Spitzen unterhielten rund 7000 Besucher.

Die Themen Holperpflaster in der Memminger Straße, Märchenschlösser und die sommerliche Geranienpyramide wurden gestern von den Weißenhorner Narren beim Fastnachtumzug auf diversen Motivwagen aufgegriffen. 72 Gruppen mit mehr als 1000 Teilnehmern aus der Region waren in bunten Kostümen angetreten.7000 Besucher säumten die Straßen in der Innenstadt. Mit Startnummer vier war die Weißenhorner Narrentruppe "Loses Gebinde" unterwegs. Die Mitglieder hatten ein Modell des Fuggerschlosses auf einen Hänger gebaut. Als Märchengestalten Frau Holle, Hexe und die Bremer Stadtmusikanten empfahlen sich die Narren als künftige Bewohner der umgebauten Schlösser. Diese werden bis kommendes Jahr für rund zehn Millionen Euro renoviert. "Ist doch schade, wenn dort bloß die Stadtverwaltung einzieht", meinte Frau- Holle-Darstellerin Bruni Schneider. Auch Märchenfiguren wären als Bewohner geeignet.

Narren um Walter Reiser von den Rothtaler Wanderfreunden prangerten die kürzlich sanierte Memminger Straße als "Buckelpiste" an. Eine vom Fahrrad gestürzte Puppe verdeutlichte die Sorgen, die man sich macht. Die Narren kritisierten den Straßenumbau als "teueres Vergnügen" und "ungeeignet für Radfahrer und Fußgänger".

Ein Hauch von Rio de Janeiro in der Fuggerstadt versprühten die Mitglieder einer ehemaligen Herrenballetttruppe in brasilianischen Frauenkleidern. Die Männern beschäftigten sich mit dem im vergangenen Sommer auf dem Hauptplatz aufgestellten Geranienständer. Dieser wurde in Weißenhorn häufig mit dem Zuckerhut in der brasilianischen Stadt Rio verglichen. In Anspielung darauf tanzten die Weißenhorner Narren um einen pyramidenförmigen Pappzuckerhut mit Blümchentapete.

Nach dem Umzug gab es viel Lob für den Einfallsreichtum der Narren. Die 17-jährige Verena aus Holzheim war von den Partywagen angetan. Am besten sei der Mad-Max-Wagen aus Ingstetten gewesen. Das Rentnerehepaar Uschi und Siggi Pöhler aus Finningen fand die vielen Guggenmusik-Kapellen gut. "Die Leute haben super mitgemacht", sagte Umzugsteilnehmerin Corina Butzmann über die Veranstaltung. Sie war in einem selbst geschneiderten Kostüm als Donald-Neffe "Trick" in der Disney-Abordnung des Lustigen Carnevalsvereinigung Waldstetten mitmarschiert.

Noch bevor der Umzug losging, hatten die Umzug-Veranstalter von der Interessengemeinschaft Weißenhorner Fasnacht (IWF) Wichtiges zu erledigen: Sie ernannten ihren ehemaligen Chef Bruno Simmnacher zum IWF-Ehrenvorsitzenden. Simmnacher hatte den Verein 23 Jahre lang geleitet.


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Autor: PATRICK FAUSS | 22.02.2012

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