40 Arbeitsplätze fallen weg
Illertissen. Bei Ruku, dem Illertisser Hersteller von Toranlagen und Haustüren, fordert die Insolvenz jetzt Arbeitsplätze. Von den 130 Mitarbeitern müssen 40 gehen. Die Gespräche mit möglichen Investoren dauern an.
"Wir machen bei Ruku weiter." Keine schlechte Nachricht, die Insolvenzverwalter Hans-Jörg Derra gestern über das insolvente Unternehmen in Illertissen mitzuteilen hatte. Nachdem Gotthard Balles, der langjährige Ruku-Prokurist, zusammen mit einem Geschäftspartner die Sparten Klappmöbel und Saunabau übernommen hat (wir berichteten), geht es jetzt noch um die Unternehmensbereiche Toranlagen, Hoftore und Haustüren. Mit insgesamt 130 Mitarbeitern stellen sie den größten Teil des bislang etwa 180 Beschäftigte zählenden Traditionsunternehmens.
Derra hatte aber auch eine unerfreuliche Mitteilung zu machen: In der Insolvenz könne nicht länger mit der vollen Belegschaft gearbeitet werden, 40 Mitarbeiter seien zu viel an Bord, Kündigungen seien deshalb unvermeidbar. 31 Beschäftigte würden ab sofort im arbeitsrechtlichen Sinn freigestellt. Das heißt: Auch wenn sie nicht mehr zur Arbeit kommen, haben sie bis zum Ablauf der jeweiligen Kündigungsfrist Anspruch auf das volle Entgelt. Auf dem Konto geht aber nur Arbeitslosengeld I von der Agentur für Arbeit ein. Die Differenz zwischen Arbeitslosengeld und bisherigem Lohn wird den ehemaligen Beschäftigten bei Abschluss des Insolvenzverfahrens ausbezahlt. Für die anderen neun gekündigten Mitarbeiter gilt die übliche Kündigungsfrist, die während des Insolvenzverfahrens höchstens drei Monate beträgt.
Die Arbeitsplätze würden in allen Betriebsbereichen der drei Sparten abgebaut, sagte Derra. Vollzeitmitarbeiter seien ebenso betroffen wie befristet angestellte Beschäftigte und 400-Euro-Kräfte, aus der Fertigung in Schreinerei und Stahlbau ebenso wie in der Verwaltung.
Nur durch diesen Arbeitsplatzabbau könne der Betrieb, über den am 1. Oktober vergangenen Jahres das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, fortgeführt werden, betonte Derra. Diese Fortführung sei jedoch kein Selbstzweck, sagte der Insolvenzverwalter weiter. Vielmehr müssten die berechtigten Forderungen der Gläubiger erfüllt werden und gleichzeitig die sanierende Übertragung des Unternehmens gelingen. Die mit diesem Ziel geführten Gespräche seien zwar nicht einfach, aber auch erfolgversprechend, sagte Insolvenzverwalter Derra: "Wir stünden bereit für abschließende Verhandlungen."
Auch die Vertretung der Beschäftigten glaubt an eine baldige Einigung: "Der Betriebsrat ist sehr zuversichtlich", sagte stellvertretender Vorsitzender Franz Magstein. Auch wenn das Unternehmen schon bessere Tage gesehen habe, "steht die Mannschaft voll zum Betrieb." Der hatte Derra zufolge in den zurückliegenden Wochen einen witterungsbedingtem Auftragsrückgang zu verzeichnen, von Kurzarbeit war aber nicht die Rede. Mit dem Ende des Winters hoffe er auf eine Belebung des Bausektors und damit auf Tür- und Tor-Aufträge.
Die Zukunft des vor mehr als 150 Jahren gegründeten Unternehmens wird sich laut Derra in den nächsten zwei bis drei Monaten entscheiden. Wie es heißt, sollen Angehörige der ehemaligen Führungsmannschaft Interesse an einer Übernahme haben. In den Verhandlungen dürfte es unter anderem um das weitläufige Firmenareal gehen, das sich im Eigentum des früheren Geschäftsführers Rudolf Kurz befindet. Bislang konnte Ruku das Gelände mietfrei nutzen, musste aber für die Instandhaltung sorgen.
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Autor: THOMAS STEIBADLER | 11.03.2010
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In der Haustürfertigung sowie in den Sparten Toranlagen und Hoftore werden bei Ruku im Zuge der Insolvenz Arbeitsplätze abgebaut. Foto: Maria Müssig
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