2500 Teilnehmer besuchen Großen Gebetstag in Marienfried

„Katholisch sein, heißt nicht dagegen sein.“ Das hat der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa beim Gebetstag in Marienfried betont. 2500 Besucher kamen dazu am Wochenende in die Gebetsstätte bei Pfaffenhofen.

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Der Lichterumzug mit rund 1000 Teilnehmern war einer der Höhepunkte während der beiden Gebetstage am Wochenende in Marienfried bei Pfaffenhofen. Gläubige trugen dabei eine Marienstatue zum Freialtar der Gebetsstätte.  Foto: 
Die Teilnehmer des Großen Gebetstags kommen aus vielen Teilen Süddeutschlands. Auch aus Österreich oder der Schweiz sind einige angereist. Maria, die Mutter Gottes, soll 1946 auf dem bewaldeten Hügel westlich von Pfaffenhofen erschienen sein. Daran glauben die rund 2500 Menschen, die am vergangenen Wochenende zur schwäbischen Gebetsstätte Marienfried gekommen sind.

Viele erwarten sich von der zweitägigen Veranstaltung Hilfe und Fürsprache bei persönlichen Problemen. Andere wollen für Familienmitglieder und Freunde beten. Oder Kraft tanken. „Katholisch sein heißt nicht, gegen etwas sein, sondern aus der Fülle zu leben,“, sagt Bischof Konrad Zdarsa aus Augsburg in seiner Predigt am Sonntagmorgen. Es gehe darum, für Jesus Christus Zeugnis abzulegen. Erst daraus folge, wogegen Katholiken sind, fügte Zdarsa hinzu.

Der Bischof äußerte sich auch zur steigenden Zahl der Kirchenaustritte. Es mache keinen Sinn, darüber zu klagen. Für die Verbliebenen gelte es vielmehr, im Glauben stärker zu werden. Zdarsa rief dazu auf, den Glauben weiterzutragen und sich nicht zurückzuziehen. Den Gemeinden müsse auch klar sein, dass sie nicht nur für ihre eigenen Belange stehen. Vor allem in der heutigen Zeit gelte es, „über sich hinaus zu denken und auch entfernte Weltgegenden“ miteinzubeziehen.

Bischof Zdarsa hat eine besondere Verbindung zu Marienfried. Vor vier Jahren hatte er dort als Nachfolger von Bischof Walter Mixa das für 4,2 Millionen Euro umgebaute Gotteshaus „Maria, Mutter der Kirche“ eingeweiht.

Bereits in der Nacht auf Sonntag ist der Gebetstag in Marienfried mit einem feierlichen Gottesdienst eröffnet worden. Anschließend nehmen rund 1000 Gläubige in einem Lichterumzug mit Mariastatue zum Freialtar der Gebetsstätte teil.

Die anschließende Mitternachtsmesse hält Pater Manuel Stelzer im römische Ritus, also in Latein. Viele Gäste, die nach Marienfried gekommen sind, bleiben lange in dieser Nacht. Manche verweilen und betten bis zum feierlichen Pontifikalamt am Sonntagmorgen.

Das Pontifikalamt ist der Höhepunkt des Gebetstags. Es ist für die meisten mehr als nur ein Gottesdienst unter freiem Himmel. Die Andacht wird intensiver, feierlicher als beim normalen Sonntagsgottesdienst in der Kirche empfunden. Dies ist der Grund, weshalb auch Max und Elfriede Maier aus Seeg im Allgäu regelmäßig herkommen. „Die würdige Gestaltung der Gottesdienste“, meint der 64-jährige Max Maier, spreche ihn besonders an. „Man kann sich Kraft holen", ergänzt seine 57-jährige Frau.

Maria Paffhausen aus Kronach in Oberfranken schätzt die Atmosphäre in Marienfried. „Man findet hier inneren Frieden, den kann man wirklich mitnimmt“, sagt die 54-Jährige. Seit 1994 komme sie nach Marienfried.

Die Gebetstage gehen schließlich mit einer Marienfeier am Sonntagnachmittag in der Kirche zu Ende. „Wir sind zufrieden mit den Besucherzahlen“, sagt Björn Heß, Betriebsleiter der Gebetsstätte. Die hohen Temperaturen hätten diesmal aber wohl einige Interessierte von der Teilnahme abgehalten.

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