Sauberkeit und Hygiene sind vorbeugender Pflanzenschutz
Ulm. Aufräumen hat seinen Sinn. Denn viele Krankheitserreger überdauern auf infiziertem Pflanzengewebe. Kranke Teile müssen weg.
Eigentlich ist es einfach. Apfelschorf etwa überwintert auf dem Falllaub. Wer es im Herbst aus dem Garten entfernt, hat den wichtigsten Schritt zur Bekämpfung schon getan. Denn im Frühjahr spritzen Sporen mit aufspritzenden Regentropfen gleich wieder auf den frischen Austrieb, die Neuinfektion beginnt. Ähnlich verhält es sich mit Echtem Mehltau: Er überwintert in den Triebspitzen von Gehölzen. Ist er zum Beispiel an Früchten und Blättern von Stachelbeeren aufgetreten, sollte zwischen Herbst und Frühjahrsmitte sorgfältig geschnitten werden. Auch der fatalen Rutenkrankheit an Himbeeren beugt man vor, indem man abgetragene Ruten im Herbst ausschneidet.
Nicht nur pilzliche Erreger überwintern auf Pflanzen, auch manche Läuse wie die Johannisbeerblasenlaus legen ihre Eier an die Triebe ab. Der Schnitt entfernt den Erreger. Die Betonung liegt auf Entfernen: Alles erkrankte, befallene Zeug muss raus aus dem Garten, möglichst schnell. Also nicht in den Kompost geben, von dort verbreiten sich Pilzsporen und Schädlinge überallhin. Geschädigte Pflanzenteile gehören in die Biotonne oder zur Grünabfallsammelstelle. In den großen Kompostanlagen entstehen bei der Rotte höhere Temperaturen als in der Kompostlege im Garten, daher werden Unkrautsamen, Dauersporen und Insekteneier abgetötet. Aus demselben Grund kann man Kompost von Abfallwirtschaftsbetrieben bedenkenlos im Garten einsetzen.
Der beste Pflanzenschutz besteht in der Vorbeugung: Pilzkrankheiten treten bevorzugt bei hoher Luftfeuchtigkeit auf. Das Wetter können wir nicht beeinflussen, wohl aber für weite Pflanzabstände sorgen, Gestrüpp zurückschneiden, dichten Aufwuchs auslichten, das Kroneninnere von Obstbäumen licht halten. Bei besserer Durchlüftung trocknen Pflanzen nach Regen schneller ab und sind widerstandsfähiger. Zum Schutz vor der Krautfäule kann man Tomaten unter einem Regendach ziehen. Tomatenhauben sind weniger günstig, denn hier entsteht ein warmes, feuchtes Klima, das auch manchem Pilz zusagt.
Viele Viren, die Pflanzen nachhaltig schwächen, verharren in Unkräutern. Blattläuse, Zikaden und andere Blattsauger übertragen Viren auf Kulturpflanzen. Um Probleme zu vermeiden, sollten Unkräuter zeitig entfernt werden. Es ist auch sinnvoll, Virusüberträger an den Pflanzen zu bekämpfen, dazu genügt oft schon bloßes Stäuben mit Algenkalk oder Gesteinsmehl, es braucht nicht unbedingt Insektizide.
Tabu ist es, einfach irgendein Mittel aus dem Giftarsenal zu spritzen. Die zahllosen Pilzkrankheiten und Schädlinge sind von sehr unterschiedlicher Biologie: So haben – selbst wenn sie ähnlich heißen – Echter und Falscher Mehltau einen abweichenden Stoffwechsel, Fungizide gegen den einen wirken nicht gegen den anderen. Gegen Spinnmilben hilft kein Insektizid, denn Milben gehören zu den Spinnentieren. Will man gegen sie vorgehen, ist ein Akarizid aus dem Fachhandel nötig.
Nicht nur pilzliche Erreger überwintern auf Pflanzen, auch manche Läuse wie die Johannisbeerblasenlaus legen ihre Eier an die Triebe ab. Der Schnitt entfernt den Erreger. Die Betonung liegt auf Entfernen: Alles erkrankte, befallene Zeug muss raus aus dem Garten, möglichst schnell. Also nicht in den Kompost geben, von dort verbreiten sich Pilzsporen und Schädlinge überallhin. Geschädigte Pflanzenteile gehören in die Biotonne oder zur Grünabfallsammelstelle. In den großen Kompostanlagen entstehen bei der Rotte höhere Temperaturen als in der Kompostlege im Garten, daher werden Unkrautsamen, Dauersporen und Insekteneier abgetötet. Aus demselben Grund kann man Kompost von Abfallwirtschaftsbetrieben bedenkenlos im Garten einsetzen.
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Autor: Ruth Köhler | 30.04.2010
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