Bunte Sorten der unentbehrlichen Küchenkräuter schmücken Tröge, Beete und Speisen

Ulm.  Mit Kräutern werden Speisen aromatischer und bekömmlicher. Ausgepflanzt im Garten oder im Topf wachsen einjährige wie auch ausdauernde Arten problemlos heran. Viele bestechen durch bunte Blüten.

Da man zum Kochen immer nur geringe Mengen braucht, lohnt sich der eigene Anbau, denn gekaufte Kräuterbüschel welken auch im Kühlschrank schnell. Die Kräuter sollten jedoch nicht in irgendeiner Gartenecke wachsen, sondern leicht erreichbar sein. Sie lassen sich in Töpfen auf dem Balkon ziehen oder entlang der Terrasse pflanzen. Wichtig ist, dass der Koch sie auch bei Regenwetter, am besten sogar in Hausschuhen, ernten kann.

Zum geeigneten Standort gibt es gar nicht viel zu sagen: Die meisten Tee- und Gewürzkräuter lieben viel Sonne und brauchen es warm. Schnittlauch, Kerbel und Petersilie vertragen etwas Schatten, an sonnenarmen Plätzen gedeiht nur noch die Pfefferminze. Dünger brauchen Kräuter nicht, und der Boden sollte nicht allzu nährstoffreich und humushaltig sein. In kargem, sandigem Boden entwickelt sich ein intensiveres Aroma, während in stickstoffreicher Erde alle Energie in lange Stängel und viel Blattmasse gesteckt wird. Darunter leidet der Geschmack. Doch es gibt Ausnahmen: Petersilie, Schnittlauch, Dill und Kerbel brauchen für eine gute Entwicklung humus- und nährstoffreichen, frischen Boden.

Durch ihre Sonnenliebe und Trockenheitsverträglichkeit eignen sich viele Kräuter für die Kultur im Topf. Sorten mit gelbem, weiß geflecktem oder rötlichem Laub ergeben hübsche Begleitpflanzen für Kübelpflanzen, Sommerblumen im Kasten oder im Steingarten. Vom Thymian gibt es zum Beispiel kompakte Sorten, die silbrige oder gelb-grüne Blättchen tragen. Zitronenthymian schmeckt wirklich nach Zitrone, einige Sorten haben gelblich und grün geschecktes Laub. Vom Salbei gibt es Auslesen mit grauen, rötlichen oder goldgelb-grünen oder weiß-grünen Blättern. Ebenso ist milder gelblaubiger Goldmajoran zu haben.

Manche Küchenkräuter werden recht groß: Kniehöhe erreichen Estragon und Bohnenkraut, die Blütenstände des Liebstöckel schießen gut eineinhalb Meter hoch. Entsprechend viel Platz brauchen solche Pflanzen, ihnen genügt ein Topf nicht mehr. Dafür versorgt eine einzige Pflanze eine Großfamilie.

Eine stattliche Höhe von über einen Meter erreicht mitunter Rosmarin. Von dem Strauch, der wild an der Mittelmeerküste wächst, gibt es nur wenige winterharte Sorten, die ganzjährig im Freien bleiben können. Im Topf angebotene Rosmarinpflanzen aus dem Supermarkt sind frostempfindlich und müssen – je nach Lage – ab Mitte Herbst ins Haus. Starken Frost halten dagegen ,Salem’ (mit hellblauen Blüten), die dunkelgrüne ,Hardy Hill’ und ,Blue Winter’ (mit bereiften Blättern) aus.

In Reihen aufs Beet ausgesät werden etliche Kräuter. Von Dill und Kerbel verwendet man ohnehin das junge Blatt. Es empfiehlt sich daher, alle zwei oder drei Wochen ein Stückchen zu säen, damit immer frisches Kraut zur Verfügung steht. Diese Doldenblütler brauchen, wie auch die verwandte Petersilie, zwei bis drei Wochen, um zu keimen. So lange ist das Saatbett feucht zu halten. Bei feuchter Frühjahrswitterung keimt Petersilie oft schlecht. Mehr Erfolg verspricht eine Aussaat daher im Juli oder August.

Leicht zu säen ist auch Basilikum. Für die mediterrane Küche sollte man immer frisches Kraut zur Verfügung haben. Es wird mit einigen Wochen Abstand in Töpfe ausgesät, die man gut feucht halten muss. Da Basilikum wie Kopfsalat und Kerbel ein Lichtkeimer ist, werden die Samen höchstens leicht mit Erde abgedeckt. Basilikum sprießt auf der Fensterbank ganzjährig, doch es braucht auch im Winter Wärme. Bei nasskalter Witterung schimmeln die Blätter schnell. Wie bei allen anderen Zimmerpflanzen sollte der Hobbygärtner ein prüfendes Auge auf Kleingetier haben: Auch manche Weiße Fliege hat ein Faible für das feine Kraut, von dem es auch Sorten mit rötlichem Laub gibt, die zu Tomaten und in Salaten interessant aussehen.

Immer wieder wird im Zusammenhang mit Mischkultur empfohlen, Kräuter zwischen das Gemüse zu setzen. Dill etwa fördert das Wachstum von Gurken, Kümmel dagegen soll die Entwicklung von Kartoffeln unterstützen. Salbei und Thymian am Beetrand vergrämen angeblich Schnecken und den Kohlweißling. Kerbel, zwischen Salat gesät, soll Blattläuse und Ameisen fern halten. Majoran fördert die Entwicklung aller Gemüse-Arten und verbessert das Aroma von Tomaten. Doch nicht jede beliebige Kombination funktioniert, manche benachbarten Kulturen beeinflussen sich ungünstig. Bevor sie unliebsame Erfahrungen macht, sollten die Gärtner sich mit Hilfe von Mischkulturtabellen informieren.

Knoblauch ist zum Beispiel ein unsicherer Kandidat: In zu enger Nachbarschaft wirkt er sich ungünstig auf Kohl, Erbsen, Stangen- und Buschbohnen aus. Eine gute Wirkung wurde dagegen von Knoblauch auf Tomaten, Gurken und Rote Bete nachgewiesen. Zwischen Erdbeeren gesetzt, reduziert Knoblauch die Gefahr von Grauschimmel an den Früchten. Petersilie und Kopfsalat vertragen sich schlecht, auch sollte Petersilie nicht unmittelbar neben Lauch oder Schnittlauch stehen. Kritisch wird außerdem Wermut gesehen: Er wirkt ungünstig auf alle Gemüsearten, er dämmt neben Johannisbeersträuchern aber die Gefahr eines Rostbefalls ein.

Bei nicht winterharten Kräutern bietet sich die Kultur in Pflanzgefäßen geradezu an. Man kann sie im Herbst schnell ins Haus holen. Mehrjährig wächst zum Beispiel das Basilikum ,African Blue’ mit rot überlaufenen Blättern. Die Wärme des Hauses brauchen von Herbst bis zum Frühjahr das Zitronengras und der Zimmerknoblauch (Tulbaghia), dessen Blätter ganz ähnlich wie Knoblauch schmecken, jedoch nicht den Atem verderben. Die Blüten schmecken noch milder, ergänzt um die Süße des Nektars. Somit können sie Kräuterquark und Salate appetitlich dekorieren.



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