Die Stadt in Läuferhand
Ulm. 14 720 Menschen haben sich für die Einstein-Läufe angemeldet. Wie viele wirklich die Schuhe schnüren, wie viele ankommen, wird erst die Endabrechnung zeigen. Klar ist auf jeden Fall: Es ist und bleibt ein Massenerlebnis.
Der Laufboom in Ulm und Umgebung ist ungebrochen. Mit 14 720 Läufern haben sich erneut mehr angemeldet als in den Jahren zuvor. 14 200 waren es 2010 gewesen, als erstmals die Grenze von 14 000 überschritten worden war. „Wie viele es tatsächlich werden, kommt immer auch aufs Wetter an“, sagt Organisator Markus Ebner. Manche melden ganz kurzfristig nach, andere bekommen in letzter Sekunde Angst vor der eigenen Courage.
Egal wieviele es letztlich sind: Der Einstein-Marathon, genauer gesagt die beiden Lauftage werden die Massen in Ulm und Neu-Ulm bewegen. Dabei setzt sich der Trend der letzten Jahre fort: Immer weniger wagen sich auf die kompletten 42,195 Kilometer (816, im Vorjahr 936), der Halbmarathon bleibt konstant beliebt (4696), aber die „Kurzstrecken“ boomen. Fast 400 Starter mehr verzeichnet der City Lauf (10 Kilometer) mit 2347 Meldungen, 812 (Vorjahr 677) nehmen die fünf Kilometer in Angriff, wobei vor allem Jugendliche diese Distanzen für sich entdecken. Ganze Familien sind unterwegs.
Viele sind längst Profis in Sachen Einstein, kennen sich aus, was an welchem Tag zu tun ist. Ernährungspläne liegen bereit, ob am Samstag die Spätzles-Party da rein passt oder das meist lange Anstehen in der Schlange eher kontraproduktiv für die Beine ist, muss jeder für sich entscheiden. Wer sich göttlichen Beistand im Kampf gegen den berüchtigten Mann mit dem Hammer holen will, ist um 18 Uhr im Münster richtig. Andere ziehen es vor, zuerst den Geist auf Vordermann zu bringen, ehe sie ihren Körper schinden. Denen sei die Kulturnacht ans Herz gelegt.
Die Kinder und Jugendlichen sind am Samstag schon unterwegs, während die Heerschar der „großen“ Läufer sich auf der Marathon-Messe Inspiration und vor allem die nötigen Startunterlagen abholt. Ein Blick zum Nachwuchs lohnt sich allemal.
Was also gibt es noch zu erklären? Die Startnummer kommt auf die Brust, der Zeitmess-Chip an den Schuh. Ob Links- oder Rechtsträger, bleibt eigener Vorliebe überlassen. Rechtzeitig anreisen versteht sich von selbst, mobile Toiletten stehen in ausreichender Zahl am Start bereit, Verpflegung, Getränke, für alles ist gesorgt. Nur laufen müssen die Starter selbst.
Der Startschuss für die langen Strecken fällt um 9 Uhr morgens. Um 10.10 Uhr soll dann alles vorbei sein. Zumindest für den Sieger des Halbmarathons. Wer das ist, wie die Favoriten heißen? Spekulationen darüber erübrigen sich, denn oft hüpft am Sonntagmorgen noch ein ganz Schneller in den Startblock ganz vorne, den niemand auf der Rechnung oder auf der Meldeliste hatte. Gleiches gilt für den Marathon, dessen Sieger gegen 11.25 Uhr im Ziel auf dem Münsterplatz erwartet wird. Das ist übrigens die einzige Neuerung in diesem Jahr: Das Ziel wurde um ein paar Meter verschoben. Wer bis 15.30 Uhr nicht angekommen ist, hat Pech gehabt. Dann werden die Plakate eingerollt – und der 7. Einstein-Marathon ist Geschichte.
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Autor: UTE GALLBRONNER | 15.09.2011
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Der Münsterplatz steht als Ziel des Einstein-Marathons am Sonntag wieder im Mittelpunkt.
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