Erbacher Gemeinderat besichtigt Yunus-Emre-Moschee

Der Erbacher Gemeinderat hat diese Woche die Yunus-Emre-Moschee besichtigt. Stadt und Kulturverein hoffen auf mehr Austausch innerhalb der Bevölkerung.

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Besucher sind uns immer willkommen“, sagt der Vorsitzende Murat Gümüs zu seinen Gästen. Heute sind das die Mitglieder des Erbacher Gemeinderats, der das Gebäude besichtigt, in dem sich seit vergangenem Jahr Muslime in Erbach treffen. „Ditip – Türkisch Islamischer Kulturverein e.V. Yunus Emre Moschee“ ist von außen zu lesen.

60 Jahre lang war an dem Haus an der Laupheimer Straße in Erbach der Schriftzug „Schuhfabrik Pitro“ zu sehen. Dann hatte der Kulturverein das Haus 2013 gekauft, für seine Zwecke umgebaut und vergangenes Jahr offiziell in Betrieb genommen.

Für den Bereich, der Vereinszwecken dient, etwa den Jugendraum, gab es 8900 Euro Zuschuss von der Kommune. Das sind nach den Richtlinien der Vereinsförderung zehn Prozent der Investitionssumme. Für Gebetsraum und die Wohnungen im Ober- und Dachgeschoss gab es kein Geld.

Constantin von Ulm-Erbach (CDU) fragte, ob der Dachverband Ditip Miteigentümer der Immobilie sei. Das Zentrum sei allein im Besitz des Vereins, betonte Gümüs. Der finanziere sich über Mitgliedsbeiträge. Ditip organisiere Imame und trete als deren Arbeitgeber auf.

Für Gümüs steht fest, dass der Verein von den neuen Räumen kräftig profitiert. Waren es 2009 noch 64 Mitglieder, sind es nun 114. Dabei verwies der Vorsitzende darauf, dass in der Regel hinter jeder Mitgliedschaft mehrere Personen stünden, da es genügt, dass ein Familienmitglied eintritt. Der Verein selbst wurde vor 20 Jahren gegründet. Die ersten Räume waren in der früheren Erbacher Skifabrik, nach deren Abbruch wurde das Obergeschoss des Bahnhofs angemietet.

Tenor des Treffens blieb der Austausch zwischen nicht-türkischen Erbachern und dem Verein. „Wenn auch die Beziehungen Türkei-Deutschland derzeit nicht einfach sind und Ditip nicht immer glücklich agiert“, sagte Bürgermeister Achim Gaus. Speziell im Jugendbereich regte er Kontakte an, etwa über das Jugendhaus.

Auf das Miteinander setzt auch die Frauenbeauftragte Feride Özcan, der Vorbehalte fremd sind. Sie sei in Erbach aufgewachsen und fühle sich dort zuhause. „Wir Türken haben auch zwei Hände und zwei Füße“, sagte sie und ermunterte, das Zentrum zu besuchen. Besonders biete sich ein Besuch zum jährlichen Vereinsfest „Kermes“ an.

Glaube Heute beginnt für Muslime der Fastenmonat Ramadan. Bis zum 24. Juni darf zwischen Sonnenauf- und -untergang nichts gegessen und getrunken werden. Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenderjahrs, einem  Mondkalender. Die Monate zählen 29 oder 30 und damit übers Jahr 354 Tage. Verglichen mit dem gregorianischen Kalender ist das Jahr also etwa 11 Tage kürzer. Dadurch verschiebt sich der Beginn des Ramadans jedes Jahr aufs Neue.

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