Wohnung passt sich der Lebenslage an

Bis ins hohe Alter sollen Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Weidenstetten plant ein Wohngebiet der besonderen Art.

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Alt, pflegebedürftig - und dann? Vielen Dorfbewohnern im Seniorenalter bleibt in diesem Fall nur der Umzug in eine Betreuungseinrichtung. "Der Wunsch, auch im Alter und bei Pflegebedürftigkeit in der vertrauten Umgebung wohnen zu können, ist groß", weiß Bürgermeister Georg Engler. Genau da will jetzt die Gemeinde Weidenstetten ansetzen. Die 3700 Quadratmeter großen "Dorfwiesen" westlich der Verbandsgrundschule sollen Raum für ein Wohngebiet der besonderen Art bieten.

Wie dieses aussehen könnte, hat der Architekt und Stadtplaner Werner Hillmann nun dem Gemeinderat vorgestellt. Er präsentierte eine Konzeption des Wohnens für jede Lebensform, ohne Stufen und Treppen, barrierefrei und anpassbar an die jeweiligen individuellen Bedürfnisse der Bewohner. So sollen nach seinen Plänen auf den "Dorfwiesen" sechs Häuser mit insgesamt zwölf Wohneinheiten entstehen. Jeweils zwei Einheiten, in der Struktur wie ein Doppelhaus aufgebaut, bieten ebenerdigen Lebensraum für eine Familie. Der Clou: "Ändern sich die Erfordernisse, kann das Haus mit dem Verschließen eines einzigen Durchgangs in zwei separate Einheiten getrennt werden", erklärte Hillman. Jede Einheit funktioniere dann völlig autark und besitze ein eigenes kleines Grundstück mit eigenem Grundbucheintrag. Jede Einheit sei für sich vermiet- oder veräußerbar. "Das Eigenheim wird damit zur Altersvorsorge", sagte Planer Hillmann. Im Alter könnten die Besitzer das Haus in zwei kleine Wohnungen teilen und eine davon vermieten.

Beim Gemeinderat stieß diese Idee auf Beifall. "Das sind Wohnungen, die sich dem Leben anpassen", lobte auch Georg Engler. Interesse von Seiten der Bürger an dem Projekt sei durchaus vorhanden: "Teilweise gibt es bereits konkrete Nachfragen", bestätigt das Gemeindeoberhaupt. Ein wichtiger Aspekt, denn mit den Investitionsabsichten der Menschen in und um Weidenstetten steht und fällt Hillmanns Idee. "Wir müssen sehen, ob ein Markt da ist", gab sich der Planer noch etwas zurückhaltend. Vergleichbare Objekte seien ihm bundesweit nirgends bekannt. Die Umsetzung beginne daher erst, wenn eine ausreichende Zahl an Bauherren gefunden sei.

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