Wohnhaus für Menschen mit Behinderung in Laichingen eröffnet

Zum Arbeitsplatz sind es rund 500 Meter, genauso weit ist es ins Stadtzentrum von Laichingen. Das am Donnerstag offiziell eröffnete Wohnhaus der LWV-Eingliederungshilfe für Behinderte liegt für die Bewohner optimal.

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Offizielle Einweihung: Vertreter von Politik und Verbänden posieren vor dem neuen Wohnhaus der LWV-Eingliederungshilfe in Laichingen.  Foto: 

Die Zeiten, in denen Behinderte in großen Heimen möglichst an Ortsrändern oder weit draußen untergebracht wurden, sind vorbei. Inklusion heißt das Wort, welches das Leben, Wohnen und Arbeiten von behinderten Menschen gleichberechtigt mit anderen ermöglichen soll. Dieses Konzept ist auch im Teilhabeplan verankert, den die Stadt Ulm und der Alb-Donau-Kreis erarbeitet haben. Und genau dieser Teilhabeplan führte dazu, dass am Donnerstag in Laichingen in der Goethestraße ein Wohnheim der LWV-Eingliederungshilfe für 22 Bewohner eingeweiht wurde.

"Dieses Haus ist ein wichtiger Knotenpunkt für Menschen mit Behinderung", sagte LWV-Geschäftsführer Joachim Kiefer. Denn in rund 500 Metern Entfernung unterhält die Organisation eine Werkstatt für 50 behinderte Menschen. Und in der anderen Richtung, ebenfalls nur 500 Meter entfernt, liegt das Zentrum von Laichingen. "Inklusion gelingt, wenn es ein gelebtes Miteinander aller Beteiligten gibt", meinte Kiefer. Das gelinge in Laichingen, "die Menschen haben die Behinderten freundlich empfangen".

Das Gebäude, das sich auch äußerlich von anderen Wohnhäusern abhebt, verfügt über drei Wohnungen für vier Bewohner und drei Wohnungen für zwei Bewohner. In den Wohnungen leben auch die Betreuer, die den Behinderten je nach Schwere ihres Handicaps mehr oder weniger Unterstützung angedeihen lassen. In vier Einzelwohnungen leben Behinderte weitgehend selbstständig.

Der Spatenstich erfolgte vor gut zwei Jahren, die Bauzeit betrug nach Aussage des planenden Architekturbüros Ott 16 Monate. Die Baukosten in Höhe von 2,02 Millionen Euro konnten nicht nur eingehalten werden, sie wurden nach Aussage der Architekten sogar um 120.000 Euro unterschritten. Finanziert wurde das Haus auch mit Zuschüssen des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) und des Landes.

Das Konzept, das die Architekten planerisch umsetzten, hat den Grundgedanken, dass auch Behinderte ein Recht auf selbstständiges Entfalten haben. "Das Individuelle ist eines der höchsten Güter. Darauf hat auch ein Behinderter Anspruch", sagte Norbert Peichl, Bereichsmanager Wohnen und soziale Dienste bei der LWV. Dies betonte auch Landrat Heinz Seiffert: "Teilhabe und Inklusion sind Teil unserer Gesellschaft geworden." Er nannte das Wohnhaus einen "Meilenstein für die Eingliederungshilfe". Dieter Steck, der stellvertretende Direktor des KVJS, dankte auch dem Förderverein, der einen intensiven Kontakt zu den Behinderten pflege: "Inklusion kann man nicht verordnen." Der Laichinger Bürgermeister Klaus Kaufmann betonte: "Die Unterstützung von Behinderten ist mir besonders wichtig." In Laichingen werde viel getan. Der Ort, an dem das Wohnhaus stehe, sei optimal, weil "Wohnen und Arbeiten nah beieinander liegt".

Den Bewohner Alexander Mangold nannte er stellvertretend für alle anderen. Dieser habe ihn während des Wahlkampfs und auch jetzt bei der Einweihung mit einer besonderen Herzlichkeit empfangen. "Das Mindeste ist es, diese zurückzugeben."

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