Wirtschaft in der Region Ulm/Neu-Ulm rückt zusammen

Die Industrie- und Handelskammern in der Region Ulm/Neu-Ulm erwarten grenzübergreifendes Denken – dies ist auch der Wunsch des langjährigen Präsidenten Peter Kulitz.

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Der Präsident der IHK-Ulm, Peter Kulitz, präsentiert eine Erfolgsbilanz für die Wirtschaft in der Region. Links im Bild der Neu-Ulmer Vizepräsident der IHK Schwaben, Werner Knittel.  Foto: 

Fachkräftemangel, Flächenbedarf, schnelles Internet und unkomplizierte Verwaltungsstrukturen – das beschäftigt die Betriebe in der Region Ulm/Neu-Ulm tagesaktuell und mittelfristig. Jenseits dieser Wünsche und Sorgen, skizziert vom Vizepräsidenten der Region Neu-Ulm der IHK Schwaben Werner Knittel, gibt es eine Denkweise, die der Unternehmer Peter Kulitz schätzen gelernt und selbst gefördert hat. Bei seinem Amtsantritt als Präsident der Industrie- und Handelskammer Ulm im Jahr 2003 habe er „die Vision eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes ohne mentale Grenzen“ formuliert.

Einige Entwicklungen wie die Internationale Schule Ulm/Neu-Ulm und die Fusion der Wirtschaftsjunioren über die Grenzen zweier Bundesländer hinweg nannte Kulitz als erfolgreiche Beispiele des Zusammenwachsens. Das sagte er beim jüngsten „Indian Summer“ der Industrie- und Handelskammern Ulm und Schwaben und fügte, auf das Ende seiner zweimal verlängerten Präsidentschaft im kommenden Jahr hinweisend, hinzu: „Heute ist dies meine letzte Rede auf dem unseren baden-württembergischen und bayerischen Wirtschaftsraum an der Donau vereinenden Empfang.“

Blaubeuren als einer der zen­tralen Orte des Weltkulturerbes der Eiszeit-Kunst und des Erinnerns an die kulturellen Anfänge war mit Bedacht gewählt. Und passte zur Erfolgsbilanz einer Gesellschaft im Aufschwung. Nachdenklich stimmt den Unternehmer und Kammerpräsidenten angesichts der anhaltenden Zahlen höchster Steuereinnahmen und niedrigster Arbeitslosigkeitsquoten jedoch, dass jüngst „die Stimmung und Befindlichkeiten unserer Mitbürger bei Weitem diese wirtschaftliche Lage nicht uneingeschränkt widerspiegeln“. Die Wähler der AfD  seien bei weitem nicht alle die viel zitierten „Alleingelassenen“ und diejenigen mit „gebrochenen Biographien“. Kulitz schließt sich dem Appell des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an, dass der Grundkonsens in der Gesellschaft nicht verloren gehen dürfe: zwischen Ost und West ebensowenig wie zwischen den Generationen. Auch seine Forderung nach einem Einwanderungsgesetz unterstützt er. Dieses habe die Wirtschaft schon längst angemahnt.

Fasziniert ist Kulitz von dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dessen gestalterischem Reformwillen. Auch wenn es in Deutschland finanzielle Opfer fordere:  Kulitz setzt auf einen europäischen New Deal mit Macron,  „dem Visionär mit Durchschlagskraft, und der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die erfahrene Politikmanagerin“.

Für Deutschland ist Peter Kulitz, Neuwahlen fürchtend, von einem Zustandekommen einer Jamaikakoalition mit Union, FDP und Grünen überzeugt. „Als Chance einer fruchtbaren Fortentwicklung der sozialen Marktwirtschaft.“ Der Weg dazu werde wohl personelle Konsequenzen in den Parteien fordern. Er sei aber geeignet, Wählern Orientierung zu geben, ohne die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft zu schwächen.

Amtszeit Peter Kulitz beendet 2018 seine dann insgesamt 15-jährige Amtszeit als Präsident der IHK Ulm. Er war mit einer „Lex Kulitz“ 2013 für eine bis dato nicht mögliche dritte Amtszeit wiedergewählt worden, damit er sein Mandat als Präsident des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertags behalten konnte.

Berlin Zuletzt hat Kulitz, dessen unternehmerische Basis das Unternehmen Esta in Senden – jedoch mit Firmensitz in Ulm – ist, seinen persönlichen Schwerpunkt stärker nach Berlin verlagert. Das stellte sich auch insofern als vorausschauend heraus, als sein Sohn Alexander zuletzt für die FDP in den Bundestag gewählt wurde.

DIHK In Berlin wurde Peter Kulitz zuletzt als Vorsitzender des einflussreichen Außenhandelsausschusses des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) gewählt. Die Amtszeit dauert bis 2020. Dem Ausschuss – einer von 16 – gehört übrigens auch Horst Wiedenmann von der gleichnamigen Firma in Rammingen an.

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