Widmann will am neuen Standort wachsen und  flexibel bleiben

|
Gestern war Spatenstich für den Widmann-Neubau. Der Firma stehen 16 000 Quadratmeter zur Verfügung. Foto: Thomas Steibadler  Foto: 

In der Branche sorgt gerade die Fusion der Konzerne Linde und Praxair für Aufsehen. Durch den Zusammenschluss entsteht der weltweit größte Hersteller von Industriegasen. Stefan Widmann, geschäftsführender Gesellschafter des Mittelständlers Widmann Gas, sieht in dem neuen Riesen aber keine Bedrohung, sondern eine Chance. „Große werden unflexibel und sind erst mal mit sich selbst beschäftigt. Wir sind näher am Markt.“

Diese Position möchte das Unternehmen weiter ausbauen und investiert deshalb nach eigenen Angaben etwa zehn Millionen Euro in den neuen Firmensitz in Dornstadt. Auf einem etwa 16 000 Quadratmeter großen Grundstück im Gewerbegebiet Himmelweiler sollen bis in einem Jahr eine Verwaltungsgebäude und Logistikhallen stehen. Ende 2018 soll dann auch das neue Füllwerk fertig sein. Gegenüber dem bisherigen Unternehmenssitz an der Nersinger Straße in Unterelchingen wird die Produktionsfläche Widmann zufolge vervierfacht.

In Dornstadt werde „eines der modernsten Füllwerke Europas und ein Vorzeigeprojekt für die gesamte Gasbranche“ entstehen, sagte der Unternehmer. Pro Jahr könnten dort mehr als 800 000 Flaschen mit technischen und medizinischen Gasen sowie mit Lebensmittelgasen gefüllt werden. Auch brennbare Gase gehören zum Sortiment.

15 Fahrrad-Stellplätze

Entsprechend aufwendig war das Genehmigungsverfahren. „Sehr anspruchsvoll“, sagt Andreas Endris, Technischer Leiter bei Widmann. Ende vergangenen Jahres seien die Unterlagen eingereicht worden, Ende Oktober kam die Genehmigung vom Regierungspräsidium (RP) Tübingen – nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung. Die Zusammenarbeit mit der Behörde habe ebenso gut geklappt wie mit dem Landratsamt Alb-Donau und der Gemeinde Dornstadt, betonen Widmann und Endris. Auch wenn das RP darauf bestanden habe, dass 15 Fahrrad-Stellplätze nachgewiesen werden. Von den bisher etwa 50 Beschäftigten in Elchingen komme aber lediglich einer mit dem Rad, sagt Widmann.

Vielleicht ändert sich das mit dem Umzug nach Dornstadt Am neuen Standort strebt Widmann weiteres Wachstum an, will dort bis zu 70 Mitarbeiter beschäftigen und demzufolge neue Stellen schaffen. Widmann verfügt zudem über einen Vertriebs- und Logistik-Standort mit 15 Beschäftigten in Siegen.

Auch wenn man es nicht sieht, nicht riecht und nicht schmeckt – Gas sei heutzutage „in fast jedem Produkt enthalten“, sagt Stefan Widmann. In der Tiefkühlpizza (Kohlenstoffdioxid) ebenso wie im Beton. Letzterer zum Beispiel wird an heißen Sommertagen mit minus 196 Grad kaltem Stickstoff gekühlt. In der Industrie werden Gase unter anderem zum Schweißen und Laser-Schneiden benötigt, für medizinische Zwecke wird Sauerstoff eingesetzt. Widmann beliefert nach eigenen Angaben vor allem deutsche Mittelständler, der Export-Anteil betrage fünf bis zehn Prozent. Der Umsatz bewegt sich „im zweistelligen Millionenbereich“, die genaue Größe ist Betriebsgeheimnis.

Der Dornstadter Bürgermeister Rainer Braig freut sich jedenfalls über den Zuwachs im Gewerbegebiet. Ein inhabergeführtes Familienunternehmen wie Widmann bringe „gute Arbeitsplätze“ nach Dornstadt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Treffsichere Franzosen fertigen Ratiopharm Ulm locker ab

Im Basketball-Eurocup unterliegt Ratiopharm Ulm bei Asvel Villeurbanne klar mit 74:108. Nach der Vorentscheidung sparen die Gäste Kräfte für die Bundesliga und lassen die junge Garde ran. weiter lesen