Werner vermittelt im Kirchenstreit

Mit einem neuen Kompromissvorschlag versucht Bürgermeister Friedhelm Werner, die evangelische Kirchengemeinde und die Initiative "Rettet St. Alban" zu versöhnen. Und er will einen Runden Tisch einrichten.

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Auch wenn das Genehmigungsverfahren zum Bau des heftig umstrittenen Pavillons im historischen Laichinger Kirchhof derzeit ruht, so kommt doch Bewegung in den Vorgang. Nun hat sich auch Bürgermeister Friedhelm Werner aktiv in die Auseinandersetzung zwischen der Kirchengemeindeleitung und den Gegnern des Bauprojekts eingeschaltet. Völlig überraschend ist Werner am Donnerstagabend bei einer Versammlung der Initiative "Rettet St. Alban" aufgetaucht, um zu vermitteln und mit zwei Vorschlägen aufzuwarten, wie er in der Versammlung sagte.

So wolle er einen "Runden Tisch" einrichten, um die bestehenden Differenzen beseitigen zu können. "Es geht um den Ruf einer Stadt und es geht darum, wie wir anstehenden Aufgaben lösen", sagte Werner gestern auf Anfrage. Dieser Runden Tisch könnte sich nach Ansicht Werners aus die Vorsitzenden der vier Gemeinderatsfraktionen, Prälat Dr. Christian Rose, dem Dezernenten im Oberkirchenrat, Hans-Peter Duncker, und jeweils zwei Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde und der Initiative "Rettet St. Alban" zusammensetzen.

Werner hat in der Versammlung auch einen Kompromissvorschlag unterbreitet. "Einen Pavillon ganz außerhalb der Kirchenmauern wird es nicht geben. Es wird auch keine Lösung geben, in der die Initiative der evangelischen Kirchengemeinde genau vorschreiben kann, wie und wo gebaut werden soll", sagte Werner gestern auf Anfrage. Deshalb müssten sich beide Seiten bewegen", erklärte der Bürgermeister. Er machte den Vorschlag, dass dieser Neubau zu einem großen Teil auf dem Duckeck-Gelände liegen sollte, zu einem kleineren Teil auf dem Kirchhof. Die Initiative "Rettet St. Alban" befürwortet bekanntlich als Standort für einen Neubau das Duckeck-Areal, während die Kirchengemeinde dazu den historischen Kirchhof auserwählt hat. Dies lehnt die Initiative ab. Werner erklärte nach Auskunft der Sprecherin der Initiative, Gabriele Reulen-Surek in der Zusammenkunft, dass er seinen Vorschlag mit Pfarrer Karl Hermann Gruhler und der Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, Cornelia Zeifang, erörtert habe. Nur noch ein Teilbereich des Pavillons läge dann im Kirchhof. Eine Glasfront nach Nord-Osten würde den Blick auf die St.-Albanskirche ermöglichen. Außerdem halte Werner ein finanzielles Engagement der Stadt auf dem Duckeck-Grundstück für möglich.

Vor allem der Kompromissvorschlag Werners wurde in der anschließenden Diskussion sehr kritisch gesehen. Dr. Eberhard Schanbacher begrüßte zwar das Vermittlungsangebot des Bürgermeisters, machte aber unmissverständlich deutlich, dass die "parkähnliche Geschlossenheit der Anlage erhalten bleiben" müsse. Auch Dr. Heinz Pfefferle übte Kritik und wunderte sich gleichzeitig über die neue Haltung Werners. Bisher, so Pfefferle, habe er den Eindruck gehabt, dass sich der Bürgermeister und die Mehrheit des Gemeinderats "eindeutig positioniert" hätten und sich nur auf die Paragraphen des Baurechts beriefen.

Gefragt, wie es um die Eigentumsverhältnisse im Kirchhof bestellt sei, welche Anteile der Stadt, der Laichinger Kirchengemeinde und der württembergischen Landeskirche gehörten, musste der Bürgermeister passen: Er wolle dies aber im Grundbuch nachsehen, erklärte er.

Die Initiative ging nach dem Abgang Werners zu den Regularien über. Mit Dr. Heinz Pfefferle und Richard Behlmer wählte die Versammlung zwei Stellvertreter der Sprecherin Gabriele Reulen-Surek. Zur Kassenverwalterin wurde Irene Rehse bestellt. Reulen-Surek kündigte an, dass am kommenden Freitag ein Gespräch der Initiativgruppe mit Dr. Tobias Schneider, Abteilungsleiter im Tübinger Regierungspräsidium, stattfinde. "Sowohl der Staatssekretär im Finanz- und Wirtschaftsministerium, Ingo Rust, als auch Regierungspräsident Hermann Strampfer und Landesbischof Frank Otfried July beobachten die Auseinandersetzung in Laichingen", führte Gabriele Reulen-Surek aus.

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