Weihnachten feiern oder nicht?

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Weihnachten stellt viele Trauernde vor eine große Herausforderung. Im Laufe der Zeit haben sich Muster entwickelt, wie man die Feiertage gestaltet. Mit dem Verlust eines Menschen werden diese Rituale auf den Kopf gestellt. „In manchen Familien ist genau geplant, wer wann kommt, wo man wann hingeht. Und nun fehlt jemand“, erklärte Pfarrer Thomas Breitkreuz beim Vortrag im evangelischen Gemeindehaus. Da stellt sich so manchem die Frage: Will ich Weihnachten diese Jahr überhaupt feiern? Oder kommt eine Feier im kleine Rahmen, vielleicht sogar ohne Gäste in Frage?

Im ersten Vortag der Reihe „einen Weg in der Trauer finden“ betonte Klinkseelsorger Albert Rau aus Ulm, dass Trauer ein individueller Prozess ist, bei dem es weder richtig noch falsch gibt. So müssen die Betroffenen in Bezug auf Weihnachten ihren ganz eigenen Weg finden. Diesen Weg verglich Breitkreuz mit einer Bergbesteigung. „Es gibt nicht nur eine Route nach oben auf den Gipfel“, bemerkte der Pfarrer. Manche Wege sind schwieriger zu gehen, andere einfacher. Man kann Hilfe in Anspruch nehmen oder alleine wandern. Für viele Trauernde kann es hilfreich sein, sich Etappenziele zu setzen, wie zum Beispiel einzelne Adventssonntage, die es zu meistern gilt. Welche die beste Art ist, Weihnachten zu feiern, fanden die Teilnehmer in zwei Gruppen heraus. Dabei konnten sie darüber sprechen, wie sie bisher feierten, was sich für sie verändern wird und wie sie damit umgehen möchten. Die Gruppenarbeit diente als Anregung für mögliche Lösungen.

Zum Abschluss des Abends erzählte Breitkreuz, welches Ritual es im Hause Bonhoeffer zu Weihnachten nach dem Tod von Dietrich Bonhoeffers Bruder Walter gab: Die Familie schnitt einen Zweig vom geschmückten Tannenbaum ab, spazierte gemeinsam zum Friedhof und legte den Weihnachtszweig auf das Grab.

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